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Wie man dem Chaos auf der Seebrücke Herr würde

«Nachtarbeit bringt ‹keinen Vorteil›», Ausgabe vom 7. Juli
Anton F. Steffen, Dipl. Bauingenieur Eth/Sia, Ehrenmitglied der Internationalen Vereinigung Für Brücken- und Hochbau, Luzern

Der Brückenbelag der See­brücke hat sich in kürzester Zeit infolge des Verkehrs stark deformiert und muss dringend ersetzt werden. Der Grund dafür ist eine offensichtlich falsche Wahl des Belags durch die verantwortlichen Planer, die diese Brücke im Auftrag der Stadt Luzern geplant und dafür auch die Bauleitung übernommen haben.

Die zuständige Direktion des Stadtrates hat aufgrund einer Ausschreibung die Sanierungsarbeiten vergeben, offenbar wurden von ihr und dem Unternehmer das Vorgehen und der zeitliche Ablauf der Belagsarbeiten festgelegt. Statt die Sanierungsarbeiten zeitlich so stark wie möglich zu straffen, wurde festgelegt, zwei der vier Fahrbahnen während der ganzen Dauer der Bauarbeiten, das heisst für 20 Tage, zu schliessen. Die Folgen für den Individual- wie für den öffentlichen Verkehr und die Volkswirtschaft muss man als katastrophal bezeichnen. Stundenlang quälen sich Busse und Autos in jeder Richtung auf einer einzigen Spur über die Seebrücke. Oft stehen acht bis zehn Busse zwischen Luzernerhof und Schwanenplatz in der Warteschlange, sodass der Bahnhof zu Fuss viel schneller erreichbar ist als mit dem ÖV. Eine grosse Anzahl uniformierter Leute steht da ratlos herum, das allein schon wird die Stadt teuer zu stehen kommen. Es ist unglaublich, dass auf dieser Baustelle nicht einmal tagsüber durch­gehend gearbeitet wird, von Nachtarbeit ganz zu schweigen.

Fazit: So kann es nicht weitergehen. Es ist unglaublich, dass die in der Stadt Luzern dafür Verantwortlichen offensichtlich keine Ahnung haben, wie solche Probleme anderswo gelöst werden.

Bei ähnlichen Projekten im In- wie im Ausland werden solche Belagsarbeiten so angeordnet, dass dem Verkehr tagsüber genügend Fahrspuren zur Verfügung stehen. Dies erfordert selbstverständlich auch Nachtarbeit, deren Mehrkosten aber in keinem Verhältnis stehen zu denjenigen des bis dato angewandten Verfahrens.

Man muss sich ernsthaft fragen, ob die für dieses Verkehrschaos verantwortlichen offensichtlichen Fehlentscheidungsträger noch an der richtigen Stelle sind.

Anton F. Steffen, dipl. Bauingenieur ETH/SIA,
Ehrenmitglied der Internationalen Vereinigung für Brücken- und Hochbau, Luzern

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