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Wie man den Misserfolg verhindern kann

Zur Diskussion über die Salle Modulable

Die zunehmende Anzahl ablehnender Leserbriefe lässt aufhorchen. Hier drei Vorschläge, wie ein möglicher Misserfolg verhindert werden könnte.

1. Keine Bilder mehr veröffentlichen, die ein Architekturprojekt zeigen, das es so nie geben wird. Ein faszinierendes Projekt als Folge eines international ausgeschriebenen Architekturwettbewerbs würde mit Sicherheit ein ganz anderes Interesse erzeugen.

2. Einen Teil des ans Inseli grenzenden Bootshafens einbeziehen, damit weniger Landfläche beansprucht werden muss. Dieser Seeanteil wäre für Architekten ohne Zweifel eine besonders reizvolle Herausforderung. Auch würde auf der Seeseite ein Seerestaurant möglich, wie es das heute nirgends gibt in Luzern. Damit könnten sich sicher auch viele Leute anfreunden, die nicht nur wegen der kulturellen Anlässe ins Haus kommen möchten.

3. Durch Aufschüttung das Inseli auf der Längsseite und/oder auf der Seite KKL erweitern, damit die seeseitige Landfläche mindestens gleich bleibt wie heute oder sogar noch grösser wird.

Wolf Henkel, Luzern

Die reinen Gebäudekosten für das neue Theater Salle Modulable sollen gemäss Angabe 161,2 Millionen Franken betragen. Die genauen Ausmasse des Gebäudes sind bezüglich Fläche und Volumen eine Annahme oder Vorgabe. Es besteht bekanntlich noch kein Projekt, sondern allenfalls ein Vorprojekt. Bereits jetzt gaukelt diese Zahl von 161 200 000 Franken eine Genauigkeit vor, welche absolut unrealistisch ist. Schon bemängelt das Luzerner Theater, dass die vorgesehenen Flächen für betriebsbedingte Nebenflächen ungenügend seien. Also sind zusätzliche Flächen notwendig.

Mehrflächen gleich Mehrkosten, dies ist die Logik. Die Kostengenauigkeit für das Gebäude liegt beim gegenwärtigen Projektierungsstand (Vorprojekt) bestenfalls bei plus oder minus 20 Prozent, man rechne. In bester Erinnerung bleibt uns Steuerzahlern das Kostendebakel und Gezerre mit den damaligen Generalunternehmern beim KKL. Nicht zu vergessen sind auch die Betriebskosten, die sich daraus entwickeln.

Fest steht für die Kostensituation der Salle Modulable: Die Bau- und Betriebskosten werden von den Befürwortern minimiert und gleichzeitig die Sanierungs- und Erneuerungskosten für das Luzerner Theater maximiert. Dies ist klar erkennbar, und man sollte nicht naiv sein und diesen Zahlen blind vertrauen. Auch viele Argumente bezüglich der Nutzung für die breite Öffentlichkeit sind mit grösster Vorsicht zu geniessen, siehe KKL.

Raphael Bieri, Luzern

Zu Recht erwarten Anhänger und Gegner einer Salle Modulable Stellungsbezüge ihrer Parlamentarier. Ich beziehe Position und stelle die anscheinend undenkbare Frage: Brauchen der Kanton und die Stadt Luzern ein Stadttheater (im heutigen Sinne)? Ich sage Nein.

Bei der Argumentation zur Salle Modulable wird automatisch vorausgesetzt, dass bei Nichtrealisierung derselben das bestehende Stadttheater je nach Spielart für 50 bis 100 Millionen Franken zu sanieren sei. Luzern ist nun mal schweizerisch eine mittlere und international eine kleine Stadt. Wir haben uns für das Schwergewicht Musik entschieden. Andere Schweizer Städte betreiben schwerpunktmässig andere Kunsteinrichtungen. Diese «Arbeitsteilung» ist heute mit einer Wegstunde mit dem ÖV nach anderen Städten sinnvoll.

Besucherfrequenzen und Sitzplatzzahlen wurden ja bereits thematisiert. Eine experimentelle und/oder Kleintheater-Szene kann aber trotzdem in Luzern und Umgebung gedeihen. Einrichtungen und Orte sind dafür vorhanden: zum Beispiel Südpol, Le Théâtre Kriens, Neubad, Vis­cose-Areal, das bestehende Stadttheater natürlich und so weiter. Es braucht keine derart hohen Investitionen und Betriebskosten. Die Institution Stadttheater ist für mich nicht gottgegeben. Ich kann auch den Beitrag des Kantons zum Projektierungskredit (7 Millionen Franken) nicht unterstützen.

Daniel Wettstein, Kantonsrat FDP, Luzern

«Ist dies schon Tollheit, hat es doch Methode», hat William Shakespeare gesagt. Dieses Bonmot passt gut zu den Planungen rund um die Salle Modulable. Man stellt die Fragen offensichtlich laufend in der falschen Reihenfolge. Wohl weil man glaubt, den Palast schon irgendwie am Volk vorbeischmuggeln zu können. Hätte man seitens des Stadtrates und Parlaments den Bürger ernst genommen und zuerst gefragt, ob er das Inseli dafür preisgeben möchte, würde sich die Frage über Planungskredite erübrigen. Etwas psychologisch gefragt: Warum will unsere Oberschicht eigentlich unbedingt Paläste für Kultur aufstellen? Es verhält sich hier offenbar ähnlich wie mit der ständigen Betonung des Wortes Innovation durch unsere Regierung. Das Ding dient zur Zierde und Kompensation zugleich. Wenn man kulturbegeistert oder innovativ wäre, bräuchte man die Wörter nicht. Kulturell angehauchter Nimbus also? – Eher. Die Kosten werden dann sozialisiert.

Oder meinen Sie etwa, der neue Megger Golfplatz würde gebaut, weil der dort sich aufhaltende Wohlstandsoptimierer ausgesprochen sportlich ist? Statt über Vergnügungsflächen zur Beziehungspflege sollte vielmehr darüber nachgedacht werden, wie unsere Naturräume noch für spätere Lebensformen erhalten bleiben können. Das Inseli ist ein Ruhepol. Vielleicht würde die Werft das Gelände vor der Hochschule ja sogar an die Stadt abtreten, um ihn zu erweitern.

Yannick Hagmann,

Luzern

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