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Wie üblich soll es einen Bypass geben

«Neue Pläne gegen den drohenden Kollaps», Ausgabe vom 7. Juli

Im Artikel geht es um den Aus­bau des Kreisels Forren in Rot­kreuz. Dieser wurde im Jahr 2010 nach einem Umbau neu eröffnet. Jetzt droht an diesem Knoten der Verkehrskollaps. Die Baudirektion hat nun ihre Lö­sung des Problems präsentiert. Wie üblich wird vorgeschlagen, die Kapazität des Knotens durch einen Bypass zu erhöhen, damit mehr Autos pro Stunde den Knoten passieren können.

Hierzu eine Rückblende: 2012 wurde die Autobahn zwischen Cham und Rotkreuz von vier auf sechs Spuren erweitert, um den drohenden Verkehrskollaps zu verhindern. Wegen dieses Ausbaus musste der Anschluss Rotkreuz neu gestaltet werden und nimmt inzwischen amerikanische Dimensionen an. Die weiteren Folgen dieser Verkehrspolitik erleben wir heute mit dem zusätzlichen Ausbau des besagten Kreisels. Zudem soll ein weiterer Halbanschluss an die Autobahn realisiert werden. Diese Pläne werden zwar die Kapazität des Kreisels erhöhen, sie werden aber zu einem erheblichen Zusatzverkehr führen, der durch die angrenzenden Verkehrsträger aufgenommen werden muss. Diese sind aber während der Spitzenzeiten oft auch schon bis zur Kapazitätsgrenze ausgelastet, was zu weiteren drohenden Kollapsen führt und weitere Ausbauten zur Folge hat. Und so dreht sich der Teufelskreis.

Seit den Anfängen der Verkehrsplanung wird diese Methode angewendet, und die Folgen sind verheerend. Statt insbesondere den motorisierten Individualverkehr möglichst zu unterbinden, führen immer mehr Verkehrsanlagen zu mehr Stillstand!

Das Problem liegt nicht darin, dass wir zu wenige Strassen haben, sondern zu viel motorisierten Verkehr während dreier oder mehr Stunden am Tag. Es handelt sich hier um kein verkehrstechnisches, sondern um ein raumplanerisches und gesellschaftliches Problem. Mit Strassenausbauten kann diese Entwicklung nicht gelöst werden.

Es geht auch beim Kreisel Forren wirklich nur um die rund drei Stunden während der Stosszeiten. In der Regel sind ausserhalb dieser Stosszeiten gewaltige Überkapazitäten auf der Strasse vorhanden. Das heisst, der Pendlerverkehr muss reduziert werden. Dies wird erreicht, wenn die Angestellten ihren Arbeitsort möglichst nahe an ihrem Wohnort haben, sodass sie mit dem Velo oder zu Fuss gehen können. Wenn weitere solche Arbeitsplatzanballungen wie in Rotkreuz gebaut werden, ist der Verkehr nicht in den Griff zu bekommen. Es gibt jedoch Lösungsansätze:

  • Wir lassen den Kollaps zu. Dies hat zur Folge, dass die Angestellten mit dem Auto die Firma nicht rechtzeitig erreichen. Die Firmen sind nun gezwungen zu überlegen, einen geeigneteren Standort zu finden oder bei Bewerbungen Angestellte, die bereits in der Nähe wohnen, zu bevorzugen und/oder flexiblere Arbeitszeiten und Homeoffice anzubieten.

  • Die Firmen und ihre Angestellten müssen sich an den Folgen ihrer Standortwahl finanziell beteiligen. Dies kann z. B. bedeuten, dass sie sich an Abos für den öffentlichen Verkehr sowie an Velowegen beteiligen oder gratis Velos verleihen, damit die Angestellten einfacher vom Bahnhof zum Arbeitsplatz radeln können.

  • Der Kanton macht echte Raumplanungspolitik und schaut, dass das Arbeitsplatz-Wohnungs-Verhältnis ausgewogen ist. Im Kanton Zug gibt’s im Verhältnis zu den Arbeitsplätzen viel zu wenig Wohnungen.

Der Fantasie sind wenig Grenzen gesetzt, jedoch darf die «Schlange beisst sich in den eigenen Schwanz»-Politik nicht wie bisher weitergehen!

Für den Vorstand VCS-Sektion Zug, Philipp Kissling

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