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Wir brauchen starke Kinder

«Kriens: Horte sollen in Schulräume ausweichen», Ausgabe vom 13. Februar
Gabi Schällebaum, Kriens

Kinder werden immer mehr der (Tages-)Struktur der Gesellschaft – sprich den Wirtschaftsinteressen – angepasst: Tagesschulen, kürzere Mittagspausen, Übernahme der schul- ­ergänzenden Betreuung durch die Schule. Im schlimmsten Falle ist das Kind frühmorgens bis zum Abend in schulischer Obhut. Schulreformen zwängen noch mehr rationale Fächer wie Deutsch und Mathe in die Stundenpläne, musisch-kreative Fächer bleiben auf der Strecke. Wichtiges Lernen findet auch ausserhalb der Schule statt – draussen in der Natur und in Freiräumen, wo elementares körperliches und handwerkliches Geschick erfahren und geübt werden kann, wo Kinder ihre Mitspieler selber wählen und sich in zwischenmenschlicher Auseinandersetzung üben können, ohne sozialpädagogische Einmischung. Kinder brauchen Raum und Zeit zum Selber-Entdecken und zur Entwicklung ihrer eigenen Persönlichkeit (in der Schule und in der Freizeit): einen Raum, wo ihre natürliche Begeisterung für Neues erhalten bleibt und ihr Selbstvertrauen gestärkt wird.

Sie sollen einmal ihre Berufe nach ihren Talenten wählen, ihre Lebenspläne nach ihren Wünschen gestalten und ihre eigenen Identitäten leben können. Egoismus, Mobbing oder Flucht in virtuelle Welten hätten dadurch keinen Nährboden mehr. Die kinder- und jugendpsychiatrischen Dienste sind überlastet, Lehrer und Eltern überfordert, Arbeitnehmer (durchs Schulsystem geprägt) ausgebrannt. Und doch wird hart an den Strukturen festgehalten, das Korsett noch enger geschnürt.

Kinder, die rebellieren oder verweigern – ihre einzigen Möglichkeiten, auf Druck und Überforderung zu reagieren –, werden als verhaltensauffällig, störend, nicht richtig erzogen stigmatisiert. Privilegiert sind jene Kinder, deren Eltern hinschauen und den Druck auf die Kinder möglichst entschärfen, so gut die alltäglichen Umstände dies überhaupt zulassen.

Für eine gesunde Entwicklung unserer Gesellschaft brauchen wir keine stromlinienförmig funktionierenden Kinder. Wir brauchen glückliche, selbstbewusste, eigenständig denkende, kreative, lebendige, verantwortungsvolle, starke Kinder, die Wissen erfahren und nicht eingetrichtert bekommen. Selbst die Wirtschaft würde davon profitieren.

Gabi Schällebaum, Kriens

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