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Wir machen uns seelenlos

«Man schiebt den Tieren gewaltsam ein Rohr in den Hals», Ausgabe vom 2. Dezember

In der Schweiz ist es zum Glück verboten, Gänse zu stopfen. Trotzdem hat der Ständerat mit grosser Mehrheit entschieden, dass der Import von Stopfleber erlaubt sein soll. Erlaubt also, weil wir die Vögel ja schliesslich nicht selbst stopfen und weil die finanziellen Gewinne aus diesem Tierhorror eine wichtige Rolle für uns spielen. Ganz schön scheinheilig, nicht wahr?

Die Römer sollen schon Gänse gestopft haben. Aber wir leben im 21. Jahrhundert. Und ich fasse es nicht, dass wir solch dekadente, Tier und Mensch an Leib und Seele krankmachende Handlungen immer noch tolerieren. Und das tun wir, wenn wir Stopfleber weiterhin importieren. Laut Internet sollen jährlich rund 300 Tonnen davon in die Schweiz eingeführt werden, mehrheitlich in die Westschweiz.

Die Leber, das Entgiftungsorgan der Gänse, soll sich bis zur Schlachtung bis zu zehnmal vergrössert haben, was mit enormem Unwohlsein und mit Schmerzen verbunden sein muss. Viele Tiere überleben die Prozedur denn auch nicht bis zur Schlachtung und verenden vorher, wahrscheinlich durch die Vergiftung des ganzen Körpers.

Wie blind, stumpf, herz- und gottlos müssen wir Menschen doch sein, dass wir mit Tierprodukten wie der Foie gras Geschäfte machen wollen. Undenkbar auch, dass sich Menschen Stopfleber, in der all das Elend, die Angst und Panik, die ganze Pein des bis zum Tode gequälten Tieres gespeichert ist, ausgerechnet an Weihnachten aufs Brot streichen wollen!

Als wir als junges Paar in der Entwicklungszusammenarbeit in Madagaskar tätig waren, bekamen wir eine Gans geschenkt. Wir nannten sie Emma. Sie war unglaublich sensibel, treu, neugierig und sehr aufgeweckt. Sie sah sich als Begleiterin und Beschützerin, wenn ich mich mit dem Baby auf dem Arm vom Haus entfernte und spazieren ging. Eine Gans ist ein bezauberndes Geschöpf! Tiere sind beseelte Wesen. Wir schädigen uns selbst, wenn wir sie seelenlos zur Ware machen.

Margrit Kehrli-Schori, Steinhausen

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