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Wir wollen auch Leute, die zu ihrer Meinung stehen

Demokratie ist zu wichtig: Zum «Blitzlicht» von Markus von Rotz, Ausgabe vom Samstag, 3. September

Ja, Demokratie ist ein hohes Gut. Die Macht des Volkes, das Mehrheitsprinzip, die Akzeptanz der politischen Opposition, die Verfassungsmässigkeit, der Schutz der Grundrechte, der Bürgerrechte, der Menschenrechte und nicht zuletzt die Meinungs- und Pressefreiheit. Letztere verteidigt er zu Recht mit Vehemenz.

Eine freie, unabhängige und unzensierte Presse ist unerlässlich für die politische Willensbildung. Journalisten sollen Meinungen einfangen, Ereignisse und Hintergründe recherchieren, kritisch hinterfragen und ungehindert publizieren können. Der Autor wünscht sich einen politischen Diskurs und Leute, die zu ihrer Meinung stehen?

Nichts anderes wollen wir. Journalisten sollen die Meinung unserer Partei und ihrer Exponenten nach aussen tragen. Richtig: Eine Partei geht unter, wenn sie schweigt. Meinungen gehen verloren, wenn sie nicht nach aussen getragen werden. Wer anderes als die Medien spricht für jene, die nicht ins volle Licht der Öffentlichkeit treten wollen (oder können)? Doch Folgendes gilt es zu bedenken: Es ist ein Unterschied, ob sich jemand ohne Namensnennung bei einer Parteiversammlung äussert oder ob er mit seinem Namen in der Zeitung zitiert wird. Wer damit rechnet, ungefragt in der Zeitung zitiert zu werden, wird sich vielleicht nicht mehr äussern.

Auch Selbstzensur ist eine Form von Zensur, die gewiss seinem Wunsch nach politischem Diskurs widerspricht. Menschen sollen in diesem Sinn das Recht haben, nicht mit Namen zitiert zu werden. Es gilt abzuwägen, was schwerer wiegt: eine nicht geäusserte Meinung oder ein nicht genannter Name. Und das Unbehagen könnte ja auch herausfordern, den Ängsten vor Jobverlust und Repressionen aufgrund von unpopulären Meinungsäusserungen unvoreingenommen auf den Grund zu gehen. Die Meinungsvielfalt abzubilden, niemanden in die Stille zu zwingen: wurde die Pressefreiheit nicht dafür geschaffen? Wir nehmen diese Aufgabe ernst. Denn Demokratie ist zu wichtig.

Suzanne Kristiansen, Vorstandsmitglied SP OW, Sarnen

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