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Wo bleibt der gesunde Menschenverstand?

«Tiere bitte nicht füttern!», Ausgabe vom 19. Juli
Rudolf Balsiger, Oberwil

Pünktlich mit den Schulferien beginnt für die Medien die «Saure-Gurken-Zeit». Wenn die Erfolge unserer beiden Tennisikonen Roger und Martina inklusive Bilder mit Familie und Anhang abgearbeitet sind, reichen auch die Berichte des Lagerdrahtes nicht aus, um die Spalten zu füllen. Hier kommt die Kampagne unseres Stadtökologen zupass, um – infolge Ferienabwesenheit unserer Lehrer – in volkserzieherischer Weise im Bereiche Ornithologie uns Ratschläge zu erteilen. Er gönnt unseren Kleinsten nicht mehr, sich an den Wasservögeln zu erfreuen, indem sie sie füttern. Er quiriliert etwas von Überpopulation (unerwünschte gesteigerte Vermehrung) des Schwanes (lat. Cygnus Olor) und der Ente (lat. Anas Platyrhynchos) durch Fütterung. Offen gestanden, ich habe noch nie jemanden gesehen, der Elstern oder Raben füttert, und trotzdem kann man in unserem Quartier zunehmend die Sonne kaum mehr sehen vor lauter Geflatter und Gekrächze. Des Weiteren beklagt der städtische Umweltökologe die Verschmutzung durch Kot. Er geht natürlich davon aus, dass die oben genannten Spezies in einem Benimm-Crashkurs beim städtischen Umweltdepartement SUS gelernt haben, nur den Kot vom gefütterten Brot auf dem Quai und im ufernahen Wasser zu deponieren. Notdurft aus selbst gesuchter Nahrung wird dann woanders abgelegt. Er «rhapsodiert» liebevoll etwas vom einem «schmackhaften Altbrot-Chriesikuchen»! Hier ist er tatsächlich auch mir etwas voraus, denn er ahnt in hell­seherischer Art, genau wie das Bundesamt für Gesundheit, dass eine Hungersnot auf uns zukommt. Daher müssen wir uns schon frühzeitig daran gewöhnen, Insekten zu verspeisen und freudebereitenden «Altbrotkuchen» zu vertilgen. Herr Fassbind, wir hoffen doch nur, dass Sie sich nicht noch hinreissen lassen, für das zurzeit anstehende «Reglement zur Benützung des öffentlichen Raumes» eine Ergänzung mit dem Artikel zu beantragen, der die Wasservögel in die Pflicht nimmt. Wenn mit Plakataktionismus unseren Kindern die Freude an Tieren, wie wir sie einst hatten, verwehrt werden soll, ist wohl bald mal zu hinterfragen, ob nicht der gesunde Menschenverstand auf der Intensivstation geblieben ist.

Rudolf Balsiger, Oberwil

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