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Leserbrief

Wo bleibt die Verantwortung gegenüber den Betroffenen?

«Jetzt sinken die Löhne der Mensaköche», Ausgabe vom 14. Juni

Die kantonale Sparpolitik gefährdet den Maturaerfolg der Luzerner Gymnasiastinnen und Gymnasiasten. Das ist bei Zwangsferien, Klassenzusammenlegungen, Fächerabbau, etc. offensichtlich. Weniger im Fokus, aber mindestens so gefährlich sind die vollzogenen und geplanten Privatisierungen der Mensen und Hausdienste an den Kantonsschulen. Beide sind für eine gute Lernatmosphäre in einer respektvollen Schulgemeinschaft mindestens so wichtig wie die Lehrpersonen und Schulleitungen.

Aktuell zeigen sich die Auswirkungen der Privatisierung beim Mensapersonal in aller Härte und nach dem Motto «Mitarbeiter/in, friss den neuen Vertrag mit tieferem Lohn oder hau ab». So wird auf dem Buckel der Mitarbeiter mit den tiefsten Löhnen ein staatlich verordnetes Lohndumping betrieben.

Ebenso aktuell ist ein massiver Druck auf die Hausdienste und das Reinigungspersonal, die ausgepresst und angetrieben werden, um sogenannt konkurrenzfähig zu bleiben und damit einer drohenden Privatisierung mit all ihren Konsequenzen zu entgehen.

Die Gymnasien haben den Auftrag, die Maturandinnen und Maturanden auf «anspruchsvolle Aufgaben in der Gesellschaft vorzubereiten» (MAR, Art. 5). Wie sollen wir Lehrpersonen das schaffen, wenn unseren Schülerinnen und Schülern vor Augen geführt wird, wie durch kurzfristiges Denken und konzept- und rücksichtsloses Handeln wichtige Pfeiler unserer Schulgemeinschaft kaputt gespart werden?

Im Kanton Luzern könnten einzig die Stimmbürger korrigierend eingreifen. Die stimmberechtigten Eltern unserer Maturandinnen und Maturanden hätten es in der Hand, Parlament, Regierung und Verwaltung zur finanziellen und pädagogischen Vernunft zu zwingen. Leider aber ist diese Hoffnung sehr klein, haben sie doch in ihrer Mehrheit in den letzten 20 Jahren in allen finanzpolitischen Abstimmungen gezeigt, dass ihnen ihr Portemonnaie und ihre eigene Steuerrechnung wichtiger sind als der Bildungserfolg ihrer Kinder.

Markus Elsener, dipl. Gymnasiallehrer, Luzern


Wo bleiben das Verantwortungsgefühl und die Solidarität? Vor einigen Tagen las ich mit Kopfschütteln in dieser Zeitung, dass zukünftig in Luzern das Essen einiger Mittagstische aus Zürich angeliefert werden soll. Kürzlich war nun in der LZ 
zu lesen, dass die Löhne der Mensa-Mitarbeitenden der Firma SV Schweiz, an welche der Kanton die Dienstleistungen vor drei Jahren ausgelagert hat, bald sinken sollen oder die Verträge gekündigt würden. Diese Auslagerung erfolgte aus Spargründen! Trotz der heute sichtbaren negativen Auswirkungen für das Personal prüft der Kanton aktuell die Auslagerung der Reinigungs- und Unterhaltsarbeiten an den Gymnasien. Wo bleibt da die Verantwortung gegenüber den Betroffenen?

Als langjähriger Leiter sozialer Institutionen haben wir in den Institutionen die einschneidenden Sparmassnahmen des Kantons der letzten Jahren stets solidarisch mitgetragen. Im Gegenzug erhofften wir uns, vermehrt Aufträge des Kantons für unsere Ausbildungs- und Produktionsbetriebe zu erhalten. Doch leider mit wenig Erfolg. So auch vor drei Jahren, als die Mensabetriebe ausgelagert wurden.

Institutionen wie u.a. das Jugenddorf Knutwil Bad oder die Stiftung Brändi wären absolut in der Lage, zumindest einen Teil solcher Aufträge professionell auszuführen. Zugegeben, nicht zu Dumpingpreisen, dafür mit Verantwortungsgefühl und Respekt gegenüber den uns anvertrauten Menschen und Mitarbeitenden. Ich hoffe, dass die Zuständigen des Kantons sich ihrer Mitverantwortung gegenüber den betroffenen Mitarbeitenden der Firma SV Schweiz bewusst sind. Für ein Umdenken ist es nie zu spät!

Hanspeter Achermann, Sempach

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