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Wollen Kunden im Winter wirklich Erdbeeren?

Zur Diskussion über Nahrungsmittelimporte
Michel Ebinger, Rotkreuz

Es ist offensichtlich weder Saison noch besteht eine Nachfrage für Erdbeeren. Aber Coop und Migros werben für Erd­beeren. Wenn man reklamiert, kommt die lapidare Antwort der Migros: «Unsere Kundinnen und Kunden sollen persönlich entscheiden können, welche Produkte sie kaufen wollen und welche nicht.» Im Weiteren schreibt die Migros: «Mit dem Verkauf von Erdbeeren im Februar und Anfang März werden wir zum einen den Wünschen der Kundinnen und Kunden gerecht, welche sich Erdbeeren immer früher wünschen.» Mit dieser Begründung könnte man alles verkaufen, selbst illegale Produkte!

Hier stellen sich doch einige Fragen der Verantwortung: Schon John Kenneth Galbraith hat in den 50er-Jahren die Mär der Nachfrage zur Disposition gestellt. Heute behaupten nur noch die Mainstreamökonomen, dass es Angebot und Nachfrage gibt. Denkende Ökonomen wissen längst, dass die grossen Konzerne sehr autonom bestimmen, was nachgefragt wird. So etwas wie eine persönliche Entscheidung von Kunden existiert nur in der Theorie. Die Manipulation der Kunden ist so ausgeklügelt, dass wirklich nur wenige selber entscheiden. Nun behaupten die Grossverteiler, dass sie sich darüber informieren werden, wie die Erdbeeren produziert werden. Es braucht 5 Minuten, um herauszufinden, dass die Erdbeeren in Almeria mit Tonnen von Gift und unter Arbeitsbedingungen, die Sklavenarbeit gleichkommt, produziert werden. Ganze Gegenden werden zerstört, damit wir Erdbeeren, die nach nichts schmecken, konsumieren können. Was es da abzuklären gibt, ist mir schleierhaft. Besonders das Verhalten der Migros stört mich. Die ganze Zeit wird von regionalen Produkten geredet, aber man merkt, dass dies nur PR ist. In Tat und Wahrheit ist es den Grossverteilern egal, wie die Produkte entstehen. Wenn man sie zur Rede stellt, schieben sie die Verantwortung auf die Kunden ab. Würden sie auch nur einigermassen moralisch handeln, verkauften sie solche Produkte nicht. Die meisten Kunden würden es nicht einmal merken. Denn im Winter besteht keine Nachfrage nach Erdbeeren.

Michel Ebinger, Rotkreuz

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