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Zu stark vereinfacht

«An ihren Taten sollt ihr sie erkennen», Ausgabe vom 1. April

SP-Kantonsrätin Barbara Gysel hat in einer Kolumne für noch mehr Umverteilung plädiert. Sie zitiert eine IWF-Studie aus dem Jahre 2014, die festhielt, dass eine Wirtschaft über die nächsten zehn Jahre stärker wachse, je gleichmässiger die Einkommen in der Gesellschaft verteilt sind. Sie verschweigt, dass die Autoren der Studie selber davor warnen, aus den Ergebnissen gleich einen Politikvorschlag abzuleiten, hätten sie doch in der Studie schwergewichtig nur die Auswirkungen der Faktoren Steuerbelastung und Direktzahlungen berücksichtigt. Andere Hilfen, wie ein staatlich finanziertes Bildungsangebot und indirekte Hilfen für einkommensschwache Bevölkerungskreise, sind in der Studie nicht mitberücksichtigt worden. Aber gerade solche Hilfen müssten für die Beurteilung der Situation in der Schweiz ebenfalls berücksichtigt werden. Das Bundesamt für Statistik veröffentlicht jeweils eine Gesamtrechnung der sozialen Sicherheit. Daraus geht hervor, dass die Schweiz in Europa zu den Ländern mit den höchsten Sozialausgaben pro Kopf gehört. Das können wir uns leisten, weil die Schweiz auch ein sehr hohes Bruttoinlandprodukt pro Kopf aufweist. Würden die IWF-Ökonomen eine Studie explizit für die Schweiz machen, ergäben sich wohl ganz andere Schlüsse. Andere Studien, wie jene des Harvard-Ökonomen Robert J. Barro oder der OECD, kommen zum Schluss, dass eine gewisse Ungleichheit Wirtschaftskraft und Innovation in fortgeschrittenen Volkswirtschaften stärkt, weil die Wirtschaftsteilnehmer Anreize erhalten, überdurchschnittliche Leistungen zu erbringen. Barbara Gysel hat ein komplexes Thema aus politischen Gründen zu stark vereinfacht.

Beat Unternährer, Kantonsrat FDP, Hünenberg See

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