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Zur Lohngleichheit braucht es eine unabhängige Analyse

«Lohngleichheitscharta ist umstritten», Ausgabe vom 20. Dezember
Nadia Christen, Kantonsangestellte Des Kantons Nidwalden, Stans

Das Bundesamt für Statistik (BfS) hat erhoben, dass im öffentlichen Sektor nach Abzug der erklärbaren Lohnunterschiede eine Differenz von 7 Prozent bleibt, die sich nur noch über den Faktor Geschlecht erklären lässt. Das BfS erhebt diese Zahl wissenschaftlich. Das heisst, politisch neutral und repräsentativ. Die Finanzdirektion und das Personalamt des Kantons Nidwalden sind sich dennoch sicher, dass im Kanton Nidwalden diese Lohnungleichheit nicht bestehe.

Wie sie auf diese Einschätzungen kommen, wird allerdings nicht beleuchtet. Jedenfalls wurde noch nie eine Untersuchung dazu durchgeführt. Immerhin gibt der Nidwaldner Finanzdirektor Alfred Bossard zu bedenken, dass Vergleiche schwierig sind, da der Lohn durch mehrere Faktoren beeinflusst werde. Das ist eine entscheidende Feststellung. In der Schweiz haben alle Frauen und Männer ein Recht auf gleichen Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit. So steht es in der Schweizerischen Bundesverfassung und im Gleichstellungsgesetz.

Theoretisch wäre eine gleiche Entlöhnung also einklagbar. Aber welche Arbeitnehmerin arbeitet unter genau den gleichen Voraussetzungen mit einem Kollegen zusammen und kennt dessen Lohn? Welcher Arbeitgeber würde nicht versuchen, eine Ungleichheit durch irgendeinen beliebigen anderen Faktor zu erklären? Vielen Arbeitgebern ist ja nicht einmal bewusst, dass sie Lohnungleichheit haben. Im Einzelfall ist eine Diskriminierung für beide Seiten schwer erkennbar.

Gerade deshalb braucht es eine unabhängige und regelmässige Analyse, die auf einer grossen Zahl von Daten basiert. Und dazu natürlich die Bereitschaft, die festgestellte Ungleichheit zu beheben. Der öffentliche Sektor hat eine Vorbildfunktion. Es gilt, die Augen vor dem seit Jahrzehnten sehr bekannten Problem nicht mehr zu verschliessen, sondern dagegen anzugehen. Meint die öffentliche Hand, dies sei zu teuer, wird dieses Versäumnis weiterhin durch die Frauen bezahlt. Und da darf sich jede und jeder selber ausrechnen, was diese 7 Prozent jährlich ausmachen.

Nadia Christen, Kantonsangestellte des Kantons Nidwalden, Stans

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