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Zusätzliche Behinderung

«Tixi-Taxi-Bons stehen in Luzern vor dem Aus», Ausgabe vom 18. Februar
Roland Christen, Vereinigung Cerebral Zentralschweiz, Luzern

Die Bundesversammlung hat vor drei Jahren die UNO-Konvention über die Rechte von Menschen mit einer Behinderung anerkannt. Diese schafft keine Sonderrechte, sondern übernimmt die Grundrechte von uns allen und überträgt sie auf die besondere Situation der Menschen mit Behinderungen, welche ihre Rechte in gleichem Masse ausüben können wie Menschen ohne Behin­derungen. Gemäss Bundesgesetz zur Behindertengleichstellung müssen bis Ende 2023 alle Bahn- und Bushaltestellen im Rahmen der Verhältnismässigkeit hindernisfrei gestaltet werden. Die Umsetzung ist Aufgabe des Bundes und der Kantone. Zahlreiche Zentralschweizer Haltestellen entsprechen diesen Vorgaben noch nicht. Hinzu kommt, dass durch die Streichung von Buslinien im vergangenen Jahr (ein Ergebnis von Sparmassnahmen) gerade Menschen im Rollstuhl zu den Hauptverkehrszeiten oder im Nachtverkehr in überfüllten Bussen keinen Platz finden. Sie bleiben wortwörtlich auf der Strasse sitzen. Wartezeiten von 30 Minuten sind nicht selten. Auch in überfüllten S-Bahnen finden sich diese Menschen nicht mehr zurecht. Informationen für Seh- und Hörbehinderte an Bahn- und Busstationen verschwinden. Da sind die Tixi-Taxi-Bons, welche der Kanton Luzern bisher zur Verfügung gestellt hat, ein wichtiger Ausgleich. Bei den angewandten Taxitarifen reichen diese Bons gerade mal für drei Retourfahrten pro Monat in der Zone 2 (Agglomeration Luzern).

Die Sparmassnahmen des Kantons treffen die behinderten Menschen bei der Betreuung, aber auch bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Und nun werden auch noch die Tixi-Taxi-Bons eingeschränkt! Vielen Menschen wird so der Zugang zu wichtigen Bereichen der Gesellschaft weiter erschwert oder verunmöglicht. Wir fordern die Regierung und das Parlament auf, bei der Begegnung mit behinderten Menschen auf der Strasse und in öffentlichen Gebäuden nicht mehr wegzuschauen. Begegnen Sie diesen Menschen bitte mit offenen Augen. Hinschauen ist erlaubt. Eine kurze Denkpause zum Thema Gesellschaftsbild kostet nichts. Längerfristig kommt es den Staat vermutlich teurer zu stehen, diese Menschen weiter zu behindern, als sie in unsere Gesellschaft einzuschliessen.

Roland Christen, Vereinigung Cerebral Zentralschweiz, Luzern

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