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Kommentar

Leuthard und Schneider-Ammann: Alles andere als ein Doppelrücktritt wäre egoistisch

Die Indizien verdichten sich, dass Doris Leuthard und Johann Schneider-Ammann am Freitag ihren gemeinsamen Rücktritt aus dem Bundesrat verkünden. Das wäre gut fürs Land: So steigen die Chancen, dass die Besten gewählt werden und nicht derjenige, der ins Korsett passt.
Patrik Müller
Patrik Müller, Chefredaktor Aargauer Zeitung.

Patrik Müller, Chefredaktor Aargauer Zeitung.

Nichts elektrisiert den behäbigen Schweizer Politbetrieb mehr als die Aussicht auf Bundesratsrücktritte. Die Meldung von «TeleZüri», wonach am Freitag Johann Schneider-Ammann (FDP) und Doris Leuthard (CVP) ihren Abgang bekanntgeben, zog in Bundesbern sogleich Kreise: Wer profitiert und wer verliert bei einem Doppelrücktritt? Und: Kommt es wirklich dazu, oder schlagen die Magistraten den Spekulanten ein Schnippchen, indem sie ihre Rücktrittspläne neu terminieren? On verra.

Alles andere als ein koordinierter Rücktritt der beiden Bundesräte wäre egoistisch und unverständlich. Wenn schon beide gemäss offizieller Sprachregelung «spätestens Ende 2019» gehen, sollen sie es gleichzeitig tun. Das wäre im Landesinteresse, denn das Parlament ist bei zwei Sitzen und zwei Parteien weniger eingeschränkt. Es hat mehr Optionen bezüglich Kriterien wie Mann/Frau oder Herkunft. So steigen die Chancen, dass die Besten gewählt werden und nicht derjenige, der ins Korsett passt.

Bei der FDP, die seit Elisabeth Kopp keine Frau mehr im Bundesrat hatte, wäre der Weg frei für die St. Galler Ständerätin Karin Keller-Sutter – und die Ostschweiz. Angesichts des tiefen Frauenanteils im Bundesrat wäre auch bei der CVP eine Kandidatin wünschenswert; man denkt an Elisabeth Schneider-Schneiter (BL), Ruth Humbel (AG) und Viola Amherd (VS). Wenn die FDP eine Bundesrätin stellt, hätten bei der CVP auch Männer eine Chance, etwa Bundeskanzler Walter Thurnherr (AG) und Ständerat Pirmin Bischof (SO).

Zwar wird die Zentralschweiz ihren Anspruch anmelden, doch Kronfavorit Konrad Graber (LU) zieht sich aus der Politik zurück und Parteipräsident Gerhard Pfister (ZG) sagte, er stehe nicht zur Verfügung; er könnte seine Meinung allerdings wieder ändern.

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