Medienkolumne
Google will weniger nerven – und schafft die Werbe-Cookies ab

Der Internetkonzern will die Datenspuren der Nutzer seines Browsers Chrome nicht mehr verfolgen. Warum das?

Raffael Schuppisser
Raffael Schuppisser
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Google will Cookies aus seinem Browser verbannen. (Symbolbild)

Google will Cookies aus seinem Browser verbannen. (Symbolbild)

Mark Lennihan / AP

Wer kennt das nicht? Man sucht über Mittag auf dem Smartphone nach einem Sofa und erhält am Abend Werbung für neue Polstergarnituren, selbst, wenn man schon ein Modell gekauft hat - was an der künstlichen Intelligenz und aller Personalisierung zweifeln lässt. Damit könnte bald Schluss sein. Nicht mit der künstlichen Intelligenz; die startet bereits schon seit Jahrzehnten demnächst richtig durch. Aber mit der Personalisierung.

Denn Google will Cookies aus seinem Browser verbannen. Cookies verfolgen Nutzer, denen dann später Werbung für Dinge gezeigt wird, die sie sich zuvor angeschaut haben. Der Entscheid von Google mag erstaunen. Schliesslich verdient der Konzern damit sein Geld. Doch andere Browser – etwa Safari – haben diesbezüglich schon vorgelegt. Dass die Nutzer dem Chrome-Browser abschwören, kann Google nicht riskieren.

Ausserdem hat der Konzern offenbar eine Möglichkeit perfektioniert, um halb-personalisierte Werbung aufgrund des Suchverlaufs auszuspielen. Dabei bleiben alle Daten auf dem Gerät gespeichert. Das eigene Geschäft selbst zerschlagen, bevor es andere tun – das ist die Losung aus dem Silicon Valley.

Doch die Sache liegt tiefer. Während Apple schöne Telefons entwickelt, Netflix coole Serien produziert und Tesla schnelle Elektroboliden konstruiert, verdient Google sein Geld damit, die Internet-Nutzer mit Werbung zu nerven. Das ist wenig glamourös und wird auf die Dauer nicht einfach.