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Kolumne

Mein Vorsatz: Ich rette die Welt!

Unser Kolumnist hat sich einen kühnen Vorsatz für 2019 genommen: Er will die Welt retten und nimmt dabei Donald Trump ins Visier.
Peach Weber
Komiker Peach Weber (Bild: Boris Bürgisser)

Komiker Peach Weber (Bild: Boris Bürgisser)

Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht, aber mir scheint, das neue Jahr sieht verdächtig nach dem alten aus. Vom Modell her ändert sich jedenfalls nicht viel: 12 Monate, 52 Wochen, 365 Tage, minus ein paar schon zerquetschte. Der Produzent hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, den Tagen oder Monaten modernere Namen zu geben: Januar XS, Februdi, Märzedes, APP-Ril, Maimai, Juhuini, etc. Aber so ist das heute, das Neue ist meistens schlechter als das Alte. Billigeres Material, schlufig verarbeitet.

Deshalb spürte ich das Verlangen, das neue Jahr zu etwas Besonderem zu gestalten. Mein kühner Vorsatz lautet: Ich rette die Welt! Was sollen diese egozentrischen Vorsätze, aufhören zu rauchen, 20 Kilo abnehmen, etc. Ich habe Grösseres vor. Da von oben scheinbar kein Erlöser 5.0 zu erwarten ist, werde ich die Welt retten. Ich kann leider aus Platzgründen nur grob meinen Plan umreissen. Den ersten Schritt habe ich bereits gemacht, ich habe dem Chef der «Ärzte ohne Grenzen» gesagt: So, jetzt bringe ich Euch mal an Eure Grenzen. Wir besuchen eines der grössten Krisengebiete der Erde, das Weisse Haus. Wir werden nachts einbrechen, erst um vier Uhr, bis drei Uhr ist er ja noch auf Twitter, dann setzen wir ihm heimlich eine zweite Hirnzelle ein.

Die Folge wird sein, er wird erwachen, erschrecken und sofort eine globale Pressekonferenz einberufen. Da wird er sich tausendmal entschuldigen für all das, was er bis jetzt für dummes Zeug geredet, und die Wichtigkeit eines sofortigen Umweltschutzes geleugnet hat. Als Sühne werde er das gesamte Militärbudget ins Umweltministerium pumpen, da arbeitet ja im Moment nur noch ein Angestellter.

Er werde persönlich dafür sorgen, dass sämtlicher Plastikmüll aus den Weltmeeren eingesammelt wird, die Ölförderung nur noch sauber erfolgt, etc. Zum Zeichen seiner Läuterung wird er vor versammelter Weltpresse ein Altpapierbündeli schnüren. Ob er danach aus Selbstverzweiflung noch Selbstmord begeht, das überlasse ich seinem Ehrgefühl. Er könnte sich ja 14 Kugeln in den Kopf jagen, das wäre dann «se gräitescht suicide ever, ever!»

Auf jeden Fall wird diese Aktion eine Welle auslösen: Diktatoren werden zur Besinnung kommen und alle ihre dem Volk gestohlenen Milliarden unter den einfachen Leuten verteilen. Diese Wirren werde ich nutzen, um den ersten vernünftigen Weltherrscher einzusetzen: Mich. Zuerst mal werde ich sofort alle Weltreligionen verbieten, welche die Weltherrschaft anstreben oder Pädophilie leugnen. Ich werde eine neue gründen, deren Grundsatz es ist: «Ich habe recht, du aber auch!»

In der Industrie werden Manager, die zum Beispiel Abgaswerte manipulieren, an die Wand gestellt und mit Diesel abgespritzt. Und wer mehr als eine Million im Jahr verdient, muss Harakiri machen. Dazu werden Migros-Kurse angeboten. Kreuzfahrtschiffe müssen um sich herum eine gigantische Windel haben, die sämtlichen Dreck aufsaugt, den sie hinten rauslassen. Diese Windel wird dann unter den Passagieren aufgeteilt.

Die Forschung werde ich auf ein Ziel fokussieren: Einen Dimmer für die Sonne konstruieren und die Lebenserwartung wieder auf 60 Jahre senken.

Wenn Sie jetzt denken, ich hätte nur unsinnige Vorschläge gemacht zur Weltrettung, dann zählen Sie mir doch rasch die intelligenten Vorschläge auf, die die Weltgemeinschaft bis heute zu Stande gebracht hat. Ich warte.

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