Kommentar

Mit dem Ja zum Vaterschaftsurlaub steht die Tür zur Elternzeit einen Spaltbreit offen - aber allzu schnell wird sie nicht kommen

Nach der Abstimmung ist vor der nächsten Debatte: Mit der Annahme des Vaterschaftsurlaubs kommt nun die Elternzeit aufs Parkett.Die Privatwirtschaft und einzelne Kantone könnten eine gesamtschweizerische Lösung vorspuren.

Christoph Bernet
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Das Ja zum Vaterschaftsurlaub ist ein Signal für eine zeitgemässere Gesellschaftspolitik und eine bessere Gleichstellung von Mann und Frau.

Das Ja zum Vaterschaftsurlaub ist ein Signal für eine zeitgemässere Gesellschaftspolitik und eine bessere Gleichstellung von Mann und Frau.

Keystone

Ein deutliches, aber kein berauschendes Ja: 60 Prozent der Bevölkerung wollen einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub - trotz coronabedingt düsterer Wirtschaftslage. Es ist ein Signal für eine zeitgemässere Gesellschaftspolitik und eine bessere Gleichstellung von Mann und Frau.

Die Befürworter einer weitreichenderen Elternzeit-Regelung hatten auf ein klareres Ja gehofft, um Rückenwind für ihr Anliegen zu erhalten.

Christoph Bernet.

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CH Media

Ein Übungsabbruch steht ausser Frage: Im Sommer 2021 soll die Unterschriftensammlung für eine Initiative für 32 Wochen Elternzeit starten. Ob eine dermassen weitreichende Initiative ein Volks- und vor allem ein Ständemehr finden wird, ist fraglich.

Doch bis sie an die Urne kommt, vergehen wohl mindestens fünf Jahre. Bis dann steht die Welt nicht still: In der Privatwirtschaft werden mehr Firmen ihren Angestellten Elternzeit bieten, einzelne Kantone könnten mit Elternzeit-Regeln vorangehen. Das könnte dereinst den Weg für eine gesamtschweizerische Kompromisslösung ebnen.

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