Nidwaldner Regierungsrat verlangt beim Bypass Luzern flankierende Massnahmen

Das Ausführungsprojekt des Gesamtsystems Bypass Luzern wird vom Nidwaldner Regierungsrat grundsätzlich befürwortet. Er fordert aber weiterhin eine dritte Fahrspur im südlichen Abschnitt sowie zusätzlich Massnahmen, um Staus auf dem untergeordneten Strassennetz zu verhindern.

Drucken
Teilen
Bereits beschlossen: Die Einfahrt von der A8 bei Hergiswil wird länger und der Pannenstreifen bei viel Verkehr auf der A2 Richtung Nord/Luzern zur dritten Spur (rote Strecke).

Bereits beschlossen: Die Einfahrt von der A8 bei Hergiswil wird länger und der Pannenstreifen bei viel Verkehr auf der A2 Richtung Nord/Luzern zur dritten Spur (rote Strecke).

Bild: Astra

(dvm) Seit mehreren Jahren führen Staus auf Autobahnen in der Zentralschweiz und nicht zuletzt in Nidwalden zu massivem Ausweichverkehr auf dem untergeordneten Strassennetz. Das Gesamtsystem des Bypass Luzern soll Engpässe auf den Nationalstrassen A2 und A14 beseitigen und damit die zukünftige Funktionalität der Nord-Süd-Achse gewährleisten. Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) hat die Kantone eingeladen, zum Ausführungsprojekt des Bypass Luzern Stellung zu nehmen. Der Nidwaldner Regierungsrat begrüsst das Projekt im Grundsatz. Für eine abschliessende Beurteilung ist jedoch insbesondere bei den verkehrsplanerischen Aspekten eine Gesamtschau erforderlich, wie es in einer Mitteilung heisst. «Aus unserer Sicht muss ein Hauptziel sein, die Erreichbarkeit der Kantone Nidwalden, Obwalden und Uri aus den Räumen Luzern, Zürich, Zug, Basel und darüber hinaus langfristig zu sichern», so Baudirektor Josef Niederberger.

Im Ausführungsprojekt würden keine flankierenden Massnahmen aufgeführt, welche die Entlastung des untergeordneten Strassennetzes unterstützen. Gerade hier ortet der Regierungsrat Nachholbedarf und fordert deshalb vom ASTRA ein Gesamtkonzept. «Die Nord-Süd-Achse ist so auszubauen und das Verkehrsregime so festzulegen, dass das lokale Strassennetz vom Durchgangsverkehr verschont bleibt und nicht zusammenbricht, allen voran in und um Hergiswil, Stans und Stansstad», so Josef Niederberger. Vor diesem Hintergrund erachtet der Regierungsrat eine generelle Erweiterung des Projektes bis nach Stans als sinnvoll. Zudem ist er der Ansicht, dass es beim Anschluss Luzern-Horw durchgängig drei Fahrstreifen in beide Richtungen braucht, um die gewünschte Entlastung zu erreichen. Josef Niederberger: «Diese Forderung steht schon länger im Raum und es gibt aus unserer Optik derzeit keinen Grund, nicht daran festzuhalten.»

Aufgrund wiederkehrender Staus auf der Autobahn A2 im Sommer 2019, die für einen massiven Ausweichverkehr gesorgt haben, hat der Kanton Nidwalden im Herbst zusammen mit dem ASTRA und den betroffenen Gemeinden Hergiswil, Stans und Stansstad eine Task Force gegründet, um nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Derzeit stehen fixe Dosierstellen bei den Ein- und Ausfahrten der Autobahnanschlüsse im Vordergrund. Die Umsetzung ist für nächstes Jahr vorgesehen, der Lead liegt beim ASTRA. Dank diesen soll das Verkehrsaufkommen bei Spitzenbelastungen besser gesteuert werden können. Auch im Engelbergertal, das unter touristischem Mehrverkehr leidet, sind Verkehrslenkungsmassnahmen ein Thema. Das Vorgehen mit einer Task Force wird von der Zentralschweizer Bau- und Planungs- und Umweltdirektorenkonferenz (ZBPUK) begrüsst.

Mehr zum Thema