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Kommentar

Psychiater-Gutachten im Fall Rupperswil: Fehlerhafte Logik

Das heute übliche Vorgehen bei Anordnungen von Psychotherapien bei Schwerverbrechern muss überdenkt werden.
Andreas Maurer
Andreas Maurer

Andreas Maurer

Die Urteile im Fall Rupperswil sind knallhart. Die Richter verhängten die strengste Strafe des Schweizer Rechts. Das Bundesgericht hat nun auch noch eine kleine Hintertür verriegelt, durch die der Vierfachmörder dereinst vielleicht aus dem Gefängnis hätte spazieren können. Das höchste Gericht bestätigt, dass eine angeordnete Psychotherapie gestrichen wird. Dadurch hätten Psychiater die Entwicklung des Schwerverbrechers ausführlich dokumentiert. Bei günstigem Verlauf hätte ihm der Aktenberg geholfen, seine allfällige Ungefährlichkeit schon früh nachzuweisen.

Doch es bestand ein Widerspruch. Die Psychiater empfahlen die Anordnung der Therapie, obwohl sie den Täter für kaum therapierbar hielten. Das Bezirksgericht liess sich darauf ein, nicht aber die höheren Instanzen. Das Bundesgericht macht deutlich, dass es zwar zur Logik eines Psychiaters gehört, Therapiewünsche zu erfüllen. Juristisch sind diese hier aber nicht gerechtfertigt. Der Fall Rupperswil zeigt auf, dass das heute übliche Vorgehen der Psychiater überdacht werden muss. Sie konstruierten eine Erklärung für eine Tat, die sich eigentlich nicht erklären lässt. Dies mussten die Gutachter vor Gericht selber einräumen. Mit dem Bundesgerichtsurteil kann in diesem dunklen Kapitel nun zumindest juristisch Ruhe einkehren.

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