Kommentar

Solidarität heisst in Zeiten des Corona-Virus nun auch mal zu verzichten

Sven Altermatt
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Inlandredaktor Sven Altermatt

Inlandredaktor Sven Altermatt

Man muss kein Epidemiologe sein, um festzustellen: Es braucht schnelle und drastische Massnahmen, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Nur so kann eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindert werden. Denn bei etwa jedem fünften Infizierten nimmt die Erkrankung einen schwereren Verlauf.

Es geht um eine sehr grundsätzliche Frage: um Solidarität. Kann unsere Gesellschaft die Kraft aufbringen, ältere Menschen und chronisch Erkrankte zu schützen? Es geht nicht nur darum, sich selbst zu schonen. Sondern auch diejenigen, für die eine Ansteckung sehr gefährlich sein könnte.

Das scheinen manche jedoch noch immer nicht verstanden zu haben. Der Verband der Musikveranstalter etwa forderte den Bundesrat diese Woche auf, das Veranstaltungsverbot «keinesfalls zu verschärfen»  – auch weil das Gros der Konzertbesucher nicht der gefährdeten Altersklasse angehöre.

Ein egoistisches Argument, selbst angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage in der Veranstaltungsbranche.

The Show must go on? Nein. Der Bundesrat will die Vorsichtsmassnahmen weiter ausdehnen. Veranstaltungen mit mehr als 300 Teilnehmern sollen schweizweit verboten werden. Die Massnahme ist einschneidend. Aber sie scheint bei allem gebotenen Augenmass folgerichtig.

Je länger die Behörden zuwarten, desto drastischer müssen sie später eingreifen. Um das zu begreifen, genügt ein Blick über die Grenze nach Italien.