Kommentar
Trotz Millionenschaden: Der EV Zug muss zu seinen Mitarbeitern Sorge tragen

Dem EV Zug drohen Verluste in Millionenhöhe und muss den Gürtel enger schnallen. Die Festangestellten verzichten bis zu einem Viertel des Lohns.

Philipp Zurfluh
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Philipp Zurfluh

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Die Coronakrise hat auch den EV Zug mit voller Wucht getroffen. Die Folge ist ein Millionenschaden mit ungewissem Ausgang. Die Verluste haben den Zentralschweizer Vorzeigeklub zu harten Massnahmen veranlasst. Den Sparhammer bekommen die Festangestellten, inklusive der Spieler, zu spüren. Betroffen sind rund 120 Mitarbeiter. Die Einbussen betragen je nach Verdienst bis zu 25 Prozent. Alle Angestellten haben einem Lohnverzicht eingewilligt.

Die Aktion der Klubführung kommt nicht überraschend. Die bereits im vergangenen Mai kommunizierte freiwillige Lohnstundung war der Vorbote. Für Grossverdiener wie Leonardo Genoni, Grégory Hofmann und Raphael Diaz, die pro Jahr einen hohen sechsstelligen Betrag auf dem Konto gut geschrieben bekommen, sind diese Einschnitte zu verschmerzen. Ein spürbareres Loch ins Portemonnaie reisst es aber bei den vielen Normalverdienern im Klub. Sie müssen bluten.

So ist die Frage berechtigt, ob mit der Aufnahme eines Kredits auf eine Lohnreduktion beim Personal hätte verzichtet werden können. Denn der EV Zug ist ein gesundes Unternehmen. Es hat in letzter Zeit profitabel gewirtschaftet und sich durch harte, professionelle und weitsichtige Arbeit Respekt verschafft. Es ist den Angestellten des EV Zug zu wünschen, dass sich der Klub in besseren Zeiten für das Entgegenkommen erkenntlich zeigt und sich dem Respekt würdig erweist, den er sich erarbeitet hat.