Was denken Sie über den Sexualkurs im Lassalle-Haus?

Der Kurs «Raum und Zeit für mehr Sinnlichkeit» im Lasalle-Haus wird vom katholischen Theologen und Sexologen Eugen Bütler (53) geleitet.

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Das Lassalle-Haus. (Bild: Neue ZZ)

Das Lassalle-Haus. (Bild: Neue ZZ)

Eugen Bütler bietet seine Dienste normalerweise als selbstständiger Sexualberater an – über seine Website www.eronovo.ch. Seine Angebote richten sich unter anderem an Paare, die denken, «dass Sex mehr sein müsste als rein-raus». In seiner Praxis in Luzern berät er Paare zum Beispiel zu Themen wie Selbsterfahrung mit der sexuellen Lust, Erektion und Orgasmus oder Wege aus der Sex-Sucht.

Gegen den Pflichtzölibat

Mit dem Kurs im Menzinger Lassalle-Haus exponiert sich Bütler nicht zum ersten Mal. Als vor zwei Jahren sexuelle Handlungen von katholischen Priestern mit Kindern für Schlagzeilen sorgten, forderte Bütler die katholischen Kirchenoberen auf, den Pflichtzölibat neu zu überdenken. Dieser solle einer freien Wahl weichen oder dynamischere Formen annehmen, sagte er am 15. März 2010 gegenüber der Katholischen Internationalen Presseagentur. Entlassungen von Priestern, die gegen den Zölibat verstossen würden, seien ein «unkluger Ressourcenverschleiss».

Sexualität und Kirche, so Bütler, müssten ein natürlicheres Verhältnis zueinander finden: «Denn Eros und Religio gehören in einer untrennbaren Weise zusammen.» Es gehe heute weniger darum, immer Grenzen zu setzen, sondern darum, den Menschen zu helfen, ihre Sexualität weniger mechanisch und konsumorientiert und stattdessen mehr liebevoll und erfüllender zu leben.

Alexander von Däniken

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