Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Kolumne

Wieso eigentlich immer Verwaltungsratsposten?

Sasa Rasic über neue Chance für alt(e) Bundesräte.
Sasa Rasic

Das Parlament hat gewählt, die Schweiz hat zwei neue Bundesrätinnen. Das Geschacher um die einzelnen Departemente läuft noch. Doch anscheinend ist die Suche nach der richtigen Tätigkeit nicht nur eine Sorge neu antretender Bundesräte. Im Parlament kommt die Idee wieder auf, die Freiheit abtretender Regierungsmitglieder bei der Wahl ihrer Mandate zu beschränken. Um Interessenkonflikte zu vermeiden, sollen Bundesräte eine Sperrfrist für Branchen erhalten, die zu nahe am bisherigen, magistralen Wirken der Politiker waren.

Doch müssen es denn immer Verwaltungsratsposten sein? Natürlich sind diese ein lukratives Hobby in der Pension. Aber mit den jährlich 224000 Franken Rente auf sicher sollte – wenn man sich so im Volk umhört – ja eine einigermassen würdige Existenz durchaus möglich sein. Und sinnstiftende Beschäftigungen sind ja, wie man weiss, sowieso mit mehr Lebensqualität verbunden.

Wieso also nicht einfach das repräsentative Von-Wattenwyl-Haus in Bern als Para-Hotelier beziehen? Abseits von Pflichtterminen wie Konferenzen und anderen Gesprächen würde es sich ja hervorragend als Liebhaber-Objekt bei der Beherbergungs-Plattform Airbnb machen. Und die inklusiven Reiseführungen mit Altbundesräten wären sicher der Renner bei in- und ausländischen Gästen.

Dieses Konzept, einfach ohne Übernachtungen, würde auch im Bundeshaus funktionieren. Einfach weiterhin mit geschäftiger Miene täglich ins Bundeshaus gehen und einen kleinen Schreibtisch in eine ungebrauchte Abstellkammer stellen. Bis der Erste sich traut nachzufragen, ist sicher bereits ein subventionswürdiger Tourismuszweig entstanden, den man nicht einfach abwürgen kann.

Der beste Job wäre jedoch mit Abstand jener eines Dienstwagen-Fahrers. Mit der lässigen Miene eines erfahrenen Taxi-Chauffeurs, der alles schon mal gesehen hat, könnte man den gehetzten, amtierenden Kolleginnen und Kollegen mit klug klingenden, aber in der konkreten Situation unbrauchbaren Lebensweisheiten beglücken. Und deutlich wertvoller – ja wohl sogar unbezahlbar – als jegliche Verwaltungsrats-Entschädigung wäre der verzweifelte Gesichtsausdruck der Regierenden, die sich Hilfe suchend an den erfahrenen Ex-Magistraten vor dem Lenkrad wenden und als Antwort inklusive breitem Grinsen erhalten: «Was fragen sich mich? Ich bin hier nur der Chauffeur.»

Sasa Rasic.

Sasa Rasic.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.