Zwei Brüder im Geist

Fiat-Erbe John Elkann kauft "La Republica" - an seiner Seite steht Pietro Supino, der Verleger des "Tages-Anzeiger". 

Christian Mensch
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Pietro Supino, der Verleger der TX Group/Tamedia, wird Verwaltungsrat des italienischen Medienkonzerns GEDI, zu dem etwa die Zeitungen „La Republica“, „La Stampa“ oder das Rechechemagazin „L‘Espresso“ gehören. Supino vertritt die Interessen von John Elkann, dem Spross des Fiat-Agnelli-Clans, der mit seiner Exor-Holding für gut 100 Millionen Euro die Mehrheit an GEDI übernimmt.

Elkann, der sich 2015 bereits beim britischen „Economist“ eingekauft hatte, und Supino verbindet vieles. Schon biografisch; beide haben sich aus Seitenästen der Familiendynastien an die Spitze gehievt; beide haben sich zunächst in anderen Branchen einen Namen gemacht, bevor sie das Verleger-Dasein entdeckten. Beide vertreten nun dieselben Botschaften, wenn sie von ihrem Medienengagement sprechen: Sie setzten auf Qualitätsjournalismus und wollen damit Geld verdienen.

Die „Financial Times“ beschreibt Elkanns GEDI-Programm: Die Verbesserungen der digitalen Plattformen, der Abbau von Doppelspurigkeiten in den Redaktionen und die Verschlankung der Strukturen. Mit einem Gleichgewicht zwischen „kluger Investition und Kostenreduzierung“ soll das Unternehmen wieder in die schwarzen Zahlen kommen. Es ist dies rhetorisch auf den Punkt Supinos Progamm und sein Konzern schreibt schwarze Zahlen.

Es wäre eine Geschichte zum Verfilmen: Supino ist in seinen ersten Lebensjahren in Mailand aufgewachsen, Sein Vater arbeitete bei Alpha Romeo, das heute zum Fiat-Chrysler-Konzern gehört. Für Elkann ist GEDI die Rückkehr zu den Wurzeln seines Grossvaters Gianni Agnelli, für Supino die Rückkehr zu den Wurzeln seines Vaters. Es wäre ein Happyend im zweiten Anlauf: Supino war zwischen 2012 bis 2015 Mitglied des internationalen Beirats des Mailänder Konkurrenten RCS („Corriere della Sera“, „El Mundo“). Dann wurde RCS verkauft.