BERN: Seit 20 Jahren ist der 1. August arbeitsfrei

Vor 20 Jahren war der 1. August ein doppelter Feiertag: Erstmals mussten alle Schweizer am Nationalfeiertag nicht mehr arbeiten. Aus dem Bundesfeierabend wurde ein Bundesfeiertag.

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Seit 20 Jahren können die Schweizer das Feuerwerk zum 1. August, wie hier in Brunnen, nach einem entspannten, freien Tag geniessen. (Archivbild Neue LZ)

Seit 20 Jahren können die Schweizer das Feuerwerk zum 1. August, wie hier in Brunnen, nach einem entspannten, freien Tag geniessen. (Archivbild Neue LZ)

Den arbeitsfreien Nationalfeiertag erstritten hatten die Schweizer Demokraten (SD). Bis 1994 war es den Kantonen überlassen, den 1. August zu einem gesetzlichen Feiertag zu erheben. 1993 ruhte nur in fünf Kantonen die Arbeit.

Grosserfolg für Kleinstpartei

Die rechtsnationale SD errang mit ihrer Volksinitiative «für einen arbeitsfreien Bundesfeiertag» den grössten Erfolg ihrer Parteigeschichte. 83,8 Prozent der Stimmenden waren dafür. Dies ist die höchste je erreichte Zustimmung für ein nationales Volksbegehren.

Am grössten war die Zustimmung im Tessin (93 Prozent), am kleinsten in Appenzell Innerrhoden (59,3) und Obwalden (68). In allen anderen Kantonen folgten über 80 Prozent der SD, die gemäss Historischem Lexikon der Schweiz bei Nationalratswahlen nie über einen Wähleranteil von 7,5 Prozent (1971) hinausgekommen war.

Schwarzenbach-Effekt

Ihr Hoch hatte die bis 1990 als «Nationale Aktion gegen Überfremdung von Volk und Heimat» (NA) auftretende Partei ihrem Nationalrat James Schwarzenbach (ZH) zu verdanken. Dessen Initiative, die den Ausländeranteil auf 10 Prozent begrenzen wollte, war 1970 mit nur 54 Prozent Nein gescheitert.

Schwarzenbach selbst zerstritt sich zwar darauf mit der NA und eroberte 1971 mit seinen Republikanern sieben Sitze im Nationalrat. Die NA errang dennoch vier Sitze.

Aufstieg der SVP

Die 1961 gegründete Partei war von 1967 an im Nationalrat. Im Zuge der Ölkrise sank aber in den 1970er Jahren die Immigration; die Partei büsste wie andere ausländerfeindliche Parteien an Einfluss ein.

Zusätzlich verlor sie ihre Wähler an die aufstrebende SVP. 2007 flog die SD aus dem Nationalrat. Inzwischen sitzt sie auch in keinem Kantonsparlament mehr.

sda

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