KONFERENZ: Luzern bekommt «Davos» für Start-ups

Im Sommer 2018 soll in Luzern eine hochkarätige Innovationskonferenz stattfinden. Die Organisatoren haben ambitiöse Ziele.

Maurizio Minetti
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Seriengründer Axel Schultze (links) vor dem KKL Luzern, und Hochschuldozent René Zeier (rechts) vor dem Hotel Schweizerhof. (Bild: Beerkircher,Wunderli/LZ)

Seriengründer Axel Schultze (links) vor dem KKL Luzern, und Hochschuldozent René Zeier (rechts) vor dem Hotel Schweizerhof. (Bild: Beerkircher,Wunderli/LZ)

Maurizio Minetti

Die Arbeiten laufen auf Hochtouren. Der Start-up-Unternehmer Axel Schultze und der Dozent René Zeier von der Hochschule Luzern sind derzeit dabei, mit einem Team eine neue Innovationskonferenz zu organisieren. Diese soll vom 6. bis 8. Juni 2018 hauptsächlich in der Messe Luzern stattfinden, abends soll es auch in den Hotels Montana und Schweizerhof sowie im Kultur- und Kongresszentrum Luzern Events geben. Anfang Jahr haben die beiden zu diesem Zweck die World Innovations Forum AG mit Sitz in Luzern gegründet.

Was das World Economic Forum (WEF) für Davos ist, soll künftig das World Innovations Forum (WIForum) für Luzern sein: Eine Veranstaltung, welche die global relevanten Player an einem Ort miteinander vernetzt. Während in Davos die Wirtschaft im Allgemeinen im Zentrum steht, soll sich beim WIForum alles um Innovation und Start-ups drehen. Wie die Hochschule Luzern dieser Tage in einem Blogeintrag schrieb, will das WIForum «aktive Entrepreneurs rund um den Globus miteinander vernetzen und eine Community bilden, um ihren Erfolg nachhaltig zu unterstützen».

Erfolgsrate soll verdoppelt werden

Doch was heisst das genau? Schliesslich spriessen ähnliche Konferenzen seit Jahren wie Pilze aus dem Boden. Im Gespräch mit unserer Zeitung betont Schultze, dass das WIForum nicht einfach eine weitere herkömmliche Konferenz sei. «Unser Ansatz ist weltweit einzigartig: Wir werden Risikokapitalgeber, Jungunternehmer sowie weitere relevante Player aus Wirtschaft und Politik zusammenbringen sowie gemeinsam arbeiten lassen.»

Das ist durchaus wörtlich gemeint: Geplant ist, je acht Personen an 120 Tische zu setzen. Dort sollen 30 oder auch mehr Herausforderungen der Unternehmerwelt diskutiert werden. «Das kann vielleicht die Besteuerung von Start-ups betreffen oder den Mangel an Investoren oder das Thema Ausbildung», erklärt Schultze. Diese Probleme seien für Jungunternehmen von Land zu Land verschieden. Deshalb ist vorgesehen, dass die Konstellationen der Teilnehmer immer wieder ändern, damit möglichst viele Menschen am WIForum miteinander in Kontakt kommen. «Unser Ziel ist es, dass am Ende der Konferenz jeder Teilnehmer mit konkreten Lösungsansätzen nach Hause geht und 300 bis 400 neue Kontakte hat, die ihn oder sie weiterbringen», sagt René Zeier. Die beiden Gründer geben ein konkretes Ziel für die Konferenz vor: Die Erfolgsrate von Jungunternehmern soll bis in 20 Jahren weltweit verdoppelt werden. «Heute schaffen es nur 10 Prozent der Jungunternehmer, eine Firma erfolgreich aufzubauen. Künftig sollten es 20 Prozent sein», so Zeier.

Zwischen den Diskussionsrunden an den Tischen soll es «inspirierende Vorträge» geben – von hochkarätigen Gästen. Offiziell können die Organisatoren noch keine Namen nennen. «Tagesschau»-Moderator Florian Inhauser wird als Moderator fungieren.

Mit dem WIForum richten sich die beiden Organisatoren an ein globales Publikum. «Wir sprechen Jungunternehmer und Kapitalgeber aus 50 Ländern an.» Dabei sollen explizit auch Schwellen- und Wachstumsländer eingebunden werden. Hierfür gibt es einen besonderen Schlüssel für die Teilnahmegebühr: Zum Beispiel bezahlt ein Sponsoringpartner aus Frankreich für ein bestimmtes Paket rund 40000 Euro – einer aus Ruanda aber nur wenige hundert Euro. Wer als Unternehmer oder Risikokapitalgeber am Event teilnehmen will, bezahlt 4500 Euro. Jungunternehmer hingegen bezahlen lediglich knapp 500 Euro. Anmelden oder Tickets kaufen kann man nicht: An der Veranstaltung kann nur teilnehmen, wer von den Organisatoren oder «Ambassadoren» der 50 Länder direkt eingeladen wird.

Schultze und Zeier erwarten für die erste Ausgabe des Forums rund 1200 Teilnehmer. Zum Vergleich: Das letzte WEF hatte 3000 Teilnehmer. Das World Innovations Forum soll danach zweijährlich stattfinden. Die beiden sind zuversichtlich, dass die Veranstaltung gelingt: Die Messe Luzern haben sie für den Sommer 2020 bereits gebucht.