HOCHSCHULEN: Studium: Am «Tech» geben besonders viele auf

2700 Studenten haben vor kurzem ihr Studium in Luzern begonnen – etliche von ihnen werden es nicht beenden. Müssen die Hochschulen bei der Aufnahme strenger sein?

Roseline Troxler
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Ein Student muss viel lesen und wissen: Am «Tech» geben aber viele Studenten auf und schmeissen ihr Studium hin. (Symbolbild) (Bild: Neue LZ (Archiv))

Ein Student muss viel lesen und wissen: Am «Tech» geben aber viele Studenten auf und schmeissen ihr Studium hin. (Symbolbild) (Bild: Neue LZ (Archiv))

Jeder vierte Architektur- und Technikstudent der Hochschule Luzern bricht sein Studium ab. Das ist die mit Abstand grösste Abbruchquote aller Luzerner Hochschulen. Die Quote beziffert die Anzahl Studenten, welche die Schule ohne Abschluss verlassen. Die Unterschiede stechen dabei ins Auge. Gemäss Hochschul-Experte Werner Inderbitzin, unter anderem Gründungsrektor der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, ist eine hohe Abbruchquote ein Zeichen, dass eine Hochschule die Qualitätsstandards einhält. Gleichzeitig stelle sich aber die Frage, ob die Berufsmatura als Aufnahmebedingung an eine Hochschule heute noch ausreiche. «Die Hochschulen sollen über die Aufnahme eines Studenten mitbestimmen können, um so die Qualität zu sichern», sagt Inderbitzin. Einen Numerus Clausus erachte er zwar nicht als sinnvoll. Hingegen solle die Selektion durch Prüfungen, Eignungsbeurteilungen oder Beratungen geschehen.

Hohe Hürden, weniger Abbrecher

Tatsächlich zeigt sich, dass dort, wo zusätzliche Hürden bestehen, die Abbruchquote tiefer ist. In den Bereichen Musik und Kunst sind an der Hochschule Luzern (HSLU) die Studierendenzahlen kontigentiert. Für ein Studium an der Teilschule Design & Kunst gibt es einen einjährigen Vorkurs sowie eine Eignungsprüfung. Auch angehende Musikstudenten müssen zuerst eine Aufnahmeprüfung bestehen. Gaudenz Zemp, Sprecher der HSLU, sagt: «Der Arbeitsmarkt für Absolventen dieser Fachrichtungen ist beschränkt, weshalb Eintrittsprüfungen Sinn machen.» Bei Musik und Design & Kunst möchten jährlich rund viermal mehr Interessenten ein Studium beginnen, als es Platz gibt. Da nur die Besten aufgenommen werden, fällt die Abbruchquote gering aus. Auch im Departement Soziale Arbeit werden im Vorfeld mit Interessierten intensive Gespräche geführt, in denen die Eignung abgeklärt wird – entsprechend ist auch dort die Abbruchquote tief.