EMMEN: Polizei fahndet weiter nach dem Vergewaltiger

Drei Wochen nach der Vergewaltigung einer Radfahrerin in Emmen haben die Ermittlungen noch zu keinem konkreten Tatverdächtigen geführt. Ob es eine Verbindung zu einer Tätlichkeit gegen eine Frau vom letzten Sonntag gibt, ist offen.

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Hier auf dem Dammweg nahe der Reussbrücke ereignete sich die Tat. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)

Hier auf dem Dammweg nahe der Reussbrücke ereignete sich die Tat. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)

Vor drei Wochen, am Abend des 21. Juli, war eine 26-jährige Frau bei Emmen an der Reuss vom Velo gerissen und in einem nahen Waldstück vergewaltigt worden. Sie wurde mit schweren Verletzungen aufgefunden und ins Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) in Nottwil überführt. Sie ist gemäss den dortigen Ärzten querschnittgelähmt.

Der Täter ist seitdem auf der Flucht, die Ermittlungen der Polizei dauern an. Die Staatsanwaltschaft hatte vor einer Woche eine Belohnung von 10'000 Franken ausgesetzt. Wie Kurt Graf, Sprecher der Luzerner Polizei, am Dienstag auf Anfrage sagte, werden die eingegangen Hinweise abgearbeitet.

Am letzten Sonntag kam es ebenfalls in Emmen zu einer Tätlichkeit gegen eine weitere Frau, die am Körper ein paar Kratzer erlitt. Der unbekannte Täter habe vom Opfer abgelassen, als dieses zu schreien begann, und sei geflüchtet, bestätigte Graf einen Bericht von Radio Pilatus.

Was der Täter, der gemäss Hinweisen gegenüber der Polizei maskiert war, wollte, ist noch nicht geklärt. Ob ein Zusammenhang zwischen den beiden Vorfällen besteht, sei offen, sagte Graf. Es sehe aber nicht so aus, weil Einiges nicht übereinstimme.

Die Polizei richtete eine Hotline ein. Hinweise nimmt sie unter Telefon 041 248 81 17 oder über die E-Mail-Adresse fahndungshinweis@lu.ch entgegen.

Die Fragen der Polizei an die Öffentlichkeit

Bei der Reussbrücke in Emmen soll sich die Vergewaltigung ereignet haben. (Bild: PD)

Bei der Reussbrücke in Emmen soll sich die Vergewaltigung ereignet haben. (Bild: PD)

1. Gibt es Frauen, welche im fraglichen Gebiet (siehe rote Markierung Kartenausschnitt) verbal oder anderweitig sexuell belästigt oder sogar angegriffen worden sind und dies der Polizei noch nicht gemeldet haben?

2. Wurden Personen im fraglichen Gebiet Opfer eines anderen Deliktes (z.B. Diebstähle, Entreissdiebstähle, Raubüberfälle etc.) oder Versuchen dazu. Wurde noch keine Meldung an die Polizei gemacht?

3. Gibt es Personen, welche im fraglichen Gebiet am Dienstag 21.07.2015 zwischen 2130 und 2400 unterwegs waren und von der Polizei noch nicht kontaktiert wurden? Es wurde auch von der Polizei festgestellt, dass der Weg zu später Stunde häufig von Joggern frequentiert wird. Wurden allenfalls von Joggern sachdienliche Wahrnehmungen gemacht?

4. Gibt es Personen welche zu einem anderen Zeitpunkt, im fraglichen Gebiet, verdächtige Wahrnehmungen (z.B. männliche Personen, welche Passantinnen intensiv beobachtet haben) gemacht haben und diese der Polizei noch nicht gemeldet haben?

5. Gibt es Personen, welche vor dem Tatzeitpunkt im fraglichen Gebiet regelmässig festgestellt werden konnten und seit diesem Zeitpunkt dort nicht mehr angetroffen werden?

6. Sind Personen nach dem Tatzeitpunkt, insbesondere nach dem Bekanntwerden der schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen für das Opfer durch Verhaltensänderungen oder unerklärbares, ungewohntes Verhalten aufgefallen (z. B. plötzlicher, übermässiger Alkoholkonsum, Medikamentenmissbrauch, Arbeitsplatzabsenzen, Änderung der Gemütsverfassung)?

7. Haben sich Personen mit angeblich authentischen spezifischen Informationen zur Tat/polizeilichen Ermittlung in Szene gesetzt oder sich allenfalls sogar anvertraut?

8. Sind Personen durch ein offensichtlich übersteigertes Interesse an diesem Fall aufgefallen (z.B. wurde das Thema in Diskussionen immer wieder von derselben Person aufgegriffen)?

sda