SCHULE: Zweite Fremdsprache: Schüler sollen Wahl haben

Zuerst Englisch, dann Französisch: Ein Teil der Primarschüler ist damit überfordert. Die Luzerner CVP will, dass Schüler von der zweiten Fremdsprache freiwillig dispensiert werden können.

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Schüler des Sälischulhauses in der Stadt Luzern lernen Französisch. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Schüler des Sälischulhauses in der Stadt Luzern lernen Französisch. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Im Kanton Luzern lernen die Kinder ab der 3. Klasse Englisch und ab der 5. Klasse Französisch. Das Konzept, das auf einem Beschluss der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren fusst, gerät immer stärker ins Wanken. Während das Frühenglisch unbestritten scheint, wächst das Unbehagen gegenüber dem «Français» (wir berichteten »).

Nun wird die CVP im Kanton Luzern politisch aktiv: Kantonsrätin Priska Wismer-Felder aus Rickenbach fordert den Luzerner Regierungsrat in einer Motion auf, «die gesetzlichen Grundlagen für die Möglichkeit einer freiwilligen Dispensation durch die Erziehungsberechtigen von der zweiten Fremdsprache (Französisch) an der Primarschule zu schaffen».

Wörtlich heisst es in der Motion: «Die Erfahrung in der Praxis hat gezeigt, dass sich ein Teil der Schüler durch die 2. Fremdsprache überfordert fühlt und die Lernziele nicht erreicht. Besonders für fremdsprachige Schüler mit einer Lese- und Rechtschreibeschwäche stellt Frühfranzösisch ab der 5. Klasse eine zunehmende Belastung dar. Daraus resultieren oft Motivationslosigkeit und innerer Widerstand gegenüber der französischen Sprache».

Individuelle Förderung

Diese Schüler könnten entlastet werden, wenn sie mit der zweiten Fremdsprache in der 7. Klasse beginnen könnten, heisst es in der Motion weiter. Nichts ändern soll sich für die leistungsstarken und lernwilligen Schüler: Für sie soll der Französischunterricht ab der 5. Klasse weiterhin erfolgen. Mit dieser Massnahme könne ein Beitrag zur individuellen Förderung geleistet werden, ohne dass das ganze System neu gestaltet werden müsse, so die Partei.

Eltern entscheiden

Im Laufe der 4. Primarschule sollen Eltern über die Möglichkeit der Dispensation informiert werden. Dabei übernehmen sie die Verantwortung für die Dispensation vom Französischen.

Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren wird per 2015 eine Bilanz zum Fremdsprachenunterricht an der Primarschule ziehen.

rem