ASYLWESEN: In Horw geht die Asylbewerber-Unterkunft zu

Der Betrieb der Zivilschutzanlage Kirchfeld wird per Ende Jahr eingestellt. Möglich wird dies wegen der leichten Entspannung im Asylwesen.

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Die temporäre Unterkunft für Asylbewerber im Kirchfeld in Horw schliesst Ende Jahr. (Symbolbild: Dominik Wunderli (Glaubenberg, 1. Oktober 2016))

Die temporäre Unterkunft für Asylbewerber im Kirchfeld in Horw schliesst Ende Jahr. (Symbolbild: Dominik Wunderli (Glaubenberg, 1. Oktober 2016))

Aufgrund der aktuellen Beruhigung im Asylwesen haben der Kanton Luzern und die Gemeinde Horw beschlossen, den Betrieb der Unterkunft in der Zivilschutzanlage Kirchfeld per 31. Dezember 2016 vorübergehend einzustellen.

Die Anlage war Mitte Juni 2016 eröffnet worden. Sie bot bis zu 100 Asylbewerbern Platz und hätte ursprünglich bis Dezember 2018 betrieben werden sollen.

«Durch die zwischenzeitliche Eröffnung mehrerer oberirdischer Asylunterkünfte kann der Kanton vermehrt auf die unterirdische Unterbringung verzichten», teilt die Staatskanzlei mit. Die Asylbewerber werden nun in oberirdische Unterkünfte verlegt und die Mitarbeiter in anderen Zentren eingesetzt.

Sollte die Zahl der Asylgesuche wieder ansteigen, kann die Zivilschutzanlage Kirchfeld in Horw jederzeit wieder in Betrieb nehmen. Die maximale Betriebsdauer von 18 Monaten wird wie vereinbart eingehalten. Mit den Anlagen in Schötz, Meggen und Horw verfügt der Kanton über genügend Reserveplätze, um die Unterbringung von Asylbewerbern zu gewährleisten.

Entspannung im Asylwesen

Die Entspannung im Asylwesen sei auf die bessere Registrierung der Flüchtlinge durch die italienischen Behörden zurückzuführen, teilt die Luzerner Staatskanzlei mit. Diese mache es möglich, dass die Schweiz das Dublin-Abkommen konsequent anwenden und bereits registrierte Flüchtlinge zurückschicken könne.

Trotz dieser Entwicklung bleibe der Druck auf die Schweiz hoch: Der Bund gehe davon aus, dass grössere Gruppen von Migranten versuchen werden, vor dem endgültigen Wintereinbruch von Italien aus weiter nach Norden zu reisen. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sei das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei. Wird dieses – wie von der Türkei mehrmals angekündigt – Ende Jahr aufgehoben, dürfte es wieder zu grösseren Migrationsströmen über die Balkanroute kommen.

pd/rem

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