STEINENSTRASSE: Stadt Luzern lädt Gegner des Hotel-Neubaus zur Aussprache ein

Mit dem Neubauprojekt für das Hostel Lion Lodge geht es allmählich vorwärts. Jetzt liegen die überarbeiteten Pläne auf. Die Einsprecher werden zudem zu einer Aussprache eingeladen. Aufgeben wollen diese aber noch nicht.

Sandra Monika Ziegler
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Das Hostel Lion Lodge (rotes Haus hinten links) soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 13. Juli 2017))

Das Hostel Lion Lodge (rotes Haus hinten links) soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 13. Juli 2017))

Das Hostel Lion Lodge zwischen der Zürichstrasse und der Stei­nenstrasse soll abgerissen und durch ein Boutique-Hotel ersetzt werden (wir berichteten). Weil es gegen das Projekt Widerstand gibt, wurde es überarbeitet. Jetzt liegen die neuen Baupläne öffentlich auf, noch bis zum 25. April können sie im Stadthaus eingesehen werden. Geplant ist ein Hotel mit 54 Zimmern und einer Bettenbelegung von 81 Personen. Insgesamt soll es kleiner werden, die Besitzer verzichten dadurch auf sechs Zimmer. Die ursprünglich geplanten Balkone auf der Seite der Steinenstrasse sind zudem nicht mehr vorgesehen. Auch soll der Bau tiefer in den Boden gebaut werden, wodurch er insgesamt an Höhe verliert.

Der Bauauflage ist ferner zu entnehmen, dass eine Sanierung zwar technisch möglich ist, die Gebäude sich jedoch in einem derart schlechten Zustand befinden, dass eine nachhaltige Sanierung tiefe Eingriffe in die Bausubstanz bedeuten würde. Die Festigkeit des Mauerwerkes sei problematisch, und der Hausschwamm stelle «eine latente Bedrohung für das Holzfachwerk» dar. Eine Sanierung sei aus wirtschaftlichen Gründen daher unverhältnismässig, heisst es darin weiter. Weil das Hostel in der Ortsbildschutzzone B steht, sind Abbrüche nur möglich, wenn eine Sanierung aus statischen Gründen nicht möglich oder aus wirtschaftlichen Gründen unverhältnismässig ist.

Verein zieht Einsprachen vielleicht weiter

Der Verein Pro Steinenstrasse, der sich für den Erhalt des Hostels einsetzt, hat die aktuelle Auflage noch nicht konsultiert. Nach der Projektpräsentation Ende März äusserte er sich skeptisch und schloss nicht aus, die Einsprachen weiterzuziehen. Weil aber zur Wahrung des rechtlichen Gehörs die Einsprecher dieser Tage per eingeschriebenen Brief aufs Bauamt eingeladen wurden, werde erst nach dieser Aussprache das weitere Vorgehen diskutiert, lässt der Verein verlauten. Von den Behörden wird ein Abriss und Neubau des Hostels unterstützt. Die Stadt hat sich aufgrund von Gutachten dafür ausgesprochen.

 

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch