BÜRGENSTOCK: Ab 28. August heisst es einchecken

Nach rund neun Jahren Planungs- und Bauzeit geht’s der Eröffnung des Bürgenstock-Resorts in grossen Schritten entgegen. Am Mittwoch wurde die Zusammenarbeit mit der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees vertraglich besiegelt.

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Bruno H. Schöpfer (Bürgenstock-Resort, links) und Stefan Schulthess (SGV) beim Unterzeichnen des Vertrags, der die künftige Zusammenarbeit zwischen den beiden Partnern regelt. (Bild: Corinne Glanzmann (Bürgenstock, 21. Juni 2017))

Bruno H. Schöpfer (Bürgenstock-Resort, links) und Stefan Schulthess (SGV) beim Unterzeichnen des Vertrags, der die künftige Zusammenarbeit zwischen den beiden Partnern regelt. (Bild: Corinne Glanzmann (Bürgenstock, 21. Juni 2017))

Matthias Piazza
matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Die Vorfreude – gepaart mit Erwartungsdruck – war an der gestrigen Medienkonferenz im Palace-Hotel auf dem Bürgenstock spürbar. «Wir kommen uns vor wie ein Sportler, der mit Vorschusslorbeeren überhäuft wurde und nun die Goldmedaille an den Olympischen Spielen gewinnen muss», beschrieb Bruno H. Schöpfer, Managing Director der Bürgenstock-Selection, die Befindlichkeit. «Doch der Wettkampf beginnt erst, wenn die Türen offen sind.» Und diese Türen öffnen sich am 28. August für die Individualgäste. Dann geht nach rund neunjähriger Planungs- und Bauzeit die erste Tranche des 550-Millionen-Franken-Projekts Bürgenstock-Resort in Betrieb. Eröffnet werden dann unter anderem das Bürgenstock-Hotel, die Bürgenstock-Bahn, das Palace-Hotel, zehn von insgesamt zwölf Restaurants und Bars, die Personalhäuser, die Museen und das Kino sowie alle Plätze und Aussichtsterrassen. Im Herbst sollen das Waldhotel – Health & Medical Excellence und das Alpine Spa ihren Betrieb aufnehmen. Das grosse Eröffnungsfest ist 
für Frühling 2018 geplant. Die Feuertaufe scheint bestanden. «Über 100 Seminarteilnehmer haben gerade aus dem Palace-Hotel ausgecheckt», gab sich Schöpfer erfreut. 

Resort-Direktor Robert Herr erwähnte als Herausforderung die Rekrutierung der 400 bis im Sommer, 800 bis 2020 (Vollbetrieb) benötigten Mitarbeiter. «Wir sind auf Kurs, haben schon über 3000 Bewerbungen erhalten, und täglich kommen noch neue.» Trotz der Bewerbungsschwemme sei die Stellenbesetzung nicht immer ganz einfach. So brauche es etwa spezielle Köche für das indische, japanische und chinesische Restaurant. Über 200 Mitarbeiter seien bis jetzt angestellt. Einen Vorgeschmack gab’s auch auf die Hotelpreise. So koste eine Übernachtung im Palace-Hotel 400 Franken, jene im Bürgenstock-Hotel 800 Franken.

Per Postauto oder Schiff und Standseilbahn

Das beste Hotel-Resort wäre wohl mit schlechter Erschliessung nur halb so gut. Für den Bürgenstock hat man fast die Qual der Wahl – entweder man nimmt das Postauto ab Stansstad oder das Schiff ab Luzern nach Kehrsiten und von da die Bürgenstock-Bahn. Gestern wurde die Zusammenarbeit mit der Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) mit der Vertragsunterzeichnung – vorerst bis Ende 2019 – besiegelt. 

«Mit der neuerlichen Schiffsverbindung und der Bürgenstock-Bahn ist das Hotel-Resort an das nationale SBB-Netz angeschlossen. Sie können ein Billett Schaffhausen–Bürgenstock lösen», freute sich Bruno H. Schöpfer. «Gleichzeitig profitieren auch die Anwohner und Touristen des Luzerner Seebeckens. Dank Schiff und Bahn können sie bei uns ein feines Nachtessen mit Wein geniessen, ohne Angst vor einer Verkehrskontrolle zu haben.» 

In 30 Minuten von der Stadt auf den Berg Möglich macht dies der rund 

6 Millionen Franken teure und bis 35 Kilometer pro Stunde schnelle Katamaran, der ab Ende Mai 2018 im Stundentakt und Ganzjahresbetrieb bis zu 300 Personen zwischen Luzern und Kehrsiten transportieren kann und extra für diesen Shuttle-Betrieb gebaut wurde. «In nur 30 Minuten kommen Sie von Luzern auf den Bürgenstock. So viel ich weiss, kommt man nirgends so schnell von einer Stadt auf einen Berg», sagte SGV-Direktor Stefan Schulthess. Bis dahin wird das konventionelle Kursschiff «Titlis» im Eineinhalbstundentakt diesen Dienst übernehmen. 
Die Hotelgäste dürfen den Schiff-Shuttle und die Bürgenstock-Bahn kostenlos benutzen – und zwar so oft sie wollen während ihres Aufenthalts. Dasselbe gilt für Mitarbeiter, die im Besitz des Verbund-Abos Passepartout sind. 

Wer allerdings «nur» einen Tagesausflug auf den Bürgenstock unternimmt, muss für die Anreise tiefer in die Tasche greifen. Eine Retourfahrt mit dem Bürgenstock-Bähnli kostet satte 50 Franken (mit Halbtax oder Passepartout 25 Franken). Robert Herr begründet die Preise damit, dass sich der Kanton Nidwalden nicht am Betrieb der Standseilbahn beteiligt. Andere touristische Angebote wie die Stanserhornbahn würden schliesslich auch nicht von der öffentlichen Hand unterstützt, begründete der Kanton vor zwei Jahren den Entscheid, auf die Postauto-Erschliessung über Stansstad zu setzen. 

«Mit Packages kommen Tagestouristen zusätzlich in den Genuss von Preisreduktionen für die Benützung der Bahn», entgegnete Robert Herr, angesprochen auf den hohen Preis. Überhaupt seien neben Hotelgästen und Seminarteilnehmern auch Tagestouristen sehr willkommen. Er rechnet mit deren rund 150 000 jährlich – bei ebenso vielen Übernachtungen.

Die Bauarbeiten vor dem Hotel Palace sind in vollem Gang. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Bürgenstock, 21. Juni 2017))

Die Bauarbeiten vor dem Hotel Palace sind in vollem Gang. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Bürgenstock, 21. Juni 2017))

Robert Herr, General Manager Bürgenstock Resort, Bruno H. Schöpfer, Managing Director Katara Hospitality Switzerland und SGV-Direktor Stefan Schulthess (von links) am Mittwoch auf dem Bürgenstock. (Bild: Corinne Glanzmann (Bürgenstock, 21. Juni 2017))

Robert Herr, General Manager Bürgenstock Resort, Bruno H. Schöpfer, Managing Director Katara Hospitality Switzerland und SGV-Direktor Stefan Schulthess (von links) am Mittwoch auf dem Bürgenstock. (Bild: Corinne Glanzmann (Bürgenstock, 21. Juni 2017))