STREET ART: «Es ist eine Sucht – im positiven Sinn»

Junge Sprayer wünschen sich mehr legale Flächen. Der Kanton sieht wenig Handlungsbedarf – dabei war Zug früher noch Vorreiter in der Graffiti-Kultur.

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Hätte gern mehr Wände, die die Sprayer legal verzieren könnten: Sprayer Senz. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Hätte gern mehr Wände, die die Sprayer legal verzieren könnten: Sprayer Senz. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

«Es gibt nur zwei Orte in Zug, wo man legal sprayen darf – beim Kulturzentrum Galvanik, im Treppenhaus und auf dem Dach sowie beim Jugendkulturzentrum Industrie 45.» Senz (Künstlername) ist Teil einer legalen Sprayer-Szene in Zug und erklärt: «Auf jeden Fall wünsche ich mir mehr Flächen, um meine Kunst zu repräsentieren.» Denselben Wunsch hegten die anderen legalen Sprayer, rund zehn an der Zahl.

Keine zusätzlichen Flächen zur Verfügung

Nichts gegen mehr legale Flächen einzuwenden hätte die Kulturbeauftragte der Stadt Zug. Jacqueline Falk ist der Ansicht: «Graffiti-Künstler haben einen spannenden Blick auf die Stadt – ihre Kunst ist eine Bereicherung.» Auf Anfrage dieser Zeitung teilte die Leitung Sicherheit der Stadt Zug hingegen mit, dass derzeit keine Flächen von stadteigenen Gebäuden für Graffiti zur Verfügung stünden.

Beim Kanton verwies Baudirektor Heinz Tännler darauf, dass «die Freigabe von Flächen Sache der Grundeigentümer ist. Neben der öffentlichen Hand können auch Private ein entsprechendes Angebot machen.» Dass mit der Schaffung von legalen Flächen das illegale Sprayen in genehmigte Bahnen gelenkt werden kann, bezweifelt Tännler. Denn: Bei legal und illegal Sprayenden handle es sich um weitgehend unabhängige Kreise. Die Zahl der Anzeigen wegen Graffiti im Kanton hat sich in den letzten drei Jahren verdoppelt.