HUNGERSTREIK: Handelt Zug ethisch richtig?

Ein 32-jähriger Häftling ist im Spital gestorben, weil er verhungerte. Der Kanton Zug hat für solche Fälle eine klare Regelung. Ist diese auch human?

Wolgang Holz/Samantha Taylor
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Das Kantonsspital Zug in Baar, wo der 32-jährige Häftling wegen seines Hungerstreiks starb. (Bild: Christof Borner Keller / Neue ZZ)

Das Kantonsspital Zug in Baar, wo der 32-jährige Häftling wegen seines Hungerstreiks starb. (Bild: Christof Borner Keller / Neue ZZ)

Durch den Zuger Fall des 32-jährigen Häftlings, der vor kurzem wegen seines Hungerstreiks im Baarer Kantonsspital starb, ist die ethische Frage der Zwangsernährung wieder ins Rampenlicht gerückt. Der Kanton Zug ist davon überzeugt, rechtlich korrekt gehandelt zu haben. Denn aufgrund einer neuen Verordnung vom Dezember 2010, die der Regierungsrat beschlossen hat, wird Zwangsernährung nicht angeordnet, wenn ein Häftling in den Hungerstreik tritt.

Es stellt sich aber die Frage: Darf der Staat einen Häftling einfach verhungern lassen? Für Markus Müller, Ordinarius für Staats- und Verwaltungs- sowie öffentliches Verfahrensrecht an der Universität Bern ist klar: «Der Staat darf seinen Gefangenen nicht sehenden Auges verhungern lassen.» Sein Juristenkollege Benjamin F. Brägger, Lehrbeauftragter für Strafvollstreckungsrecht und Strafvollzugsrecht, ebenfalls an der Universität Bern, ist dagegen der Meinung, dass der Staat vor dem Hintergrund der im Gesetz postulierten Menschenwürde nicht durch eine Zwangsernährung in das Selbstbestimmungsrecht des Gefangenen eingreifen darf. Und was sagen die Ärzte? «Es ist ein schwieriges Thema und für uns eine Gratwanderung», sagt Franziska Zogg, Vizepräsidentin der Zuger Ärztevereinigung. Konfrontiert sehen sich Mediziner mit einem Dilemma: Da ist einerseits die Fürsorgepflicht, andererseits muss der Willen des Patienten respektiert werden.

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