MARC RICH: Seine Millionen entzweiten die Zuger

Im Kanton galt er bereits zu Lebzeiten als Legende. Viele profitierten von seinem Geld – für andere waren seine Rohstoffgeschäfte dubios.

Ernst Meier
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Marc Rich in einer Aufnahme vom November 1993. (Bild: Keystone)

Marc Rich in einer Aufnahme vom November 1993. (Bild: Keystone)

Was gut ist für Marc Rich, ist auch gut für Zug.» Diesen Satz hörte man in den 1980er-Jahren immer mal wieder im Kanton. Die Aussage soll der damalige Zuger Stadtpräsident Walther A. Hegglin einmal gemacht haben. «Ich weiss nicht, ob ich das je so sagte», antwortet der über 86-Jährige diese Woche am Telefon mit einem Lachen. Es sei aber schon so gewesen, bestätigt er: «Wir hatten Marc Rich viel zu verdanken.» Der ehemalige CVP-Politiker erinnert sich an sein letztes Budget, das er 1982 vertrat. «Im Nachhinein kamen via Kanton 8 Millionen ordentliche Steuern von der Marc Rich + Co. Das war mehr als doppelt so viel, als wir erwartet hatten», freut sich Hegglin noch heute.

So willkommen die Millionen des Rohstoffhändlers in Zug waren, so sehr polarisierten sie im Volk – und sorgten für hitzige Diskussionen. Die zu Beginn der 1980er-Jahre aufstrebende Linke hatte mit dem Rohstoffhandel ihr Feindbild gefunden. Besonders hart griffen die Jungpolitiker Hanspeter Uster, Josef Lang und Co. die Verschwiegenheit sowie die politischen Verflechtungen zwischen Rich und dem offiziellen Zug an. Noch bevor die US-Justiz Marc Rich ins Visier nahm, kritisierten sie dessen Geschäftstätigkeiten. «An den Steuern von Marc Rich kleben das Blut, der Schweiss und die Tränen der Ärmsten der Welt», geisselte Josef Lang, damals Mitglied der sozialistischen Arbeiterpartei, 1982 in einem seiner ersten Voten im Grossen Gemeinderat. «Die Verfilzung war unglaublich», sagt alt Nationalrat Josef Lang heute. «So sass der Zuger Staatsanwalt Rudolf Mosimann in mehreren Verwaltungsräten von Rich-Firmen.»

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in der Zentralschweiz am Sonntag vom 30. Juni.

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