PROJEKT: Mit Muskelkraft von Zug nach Flüelen

Ende Juni will eine Klasse des GIBZ Zug als Teil einer Vertiefungsarbeit eine Botschaft von Zug nach Flüelen bringen. Jeder der Schüler legt eine Teiletappe der Strecke zurück – manche mit dem Kajak, andere mit den Inlineskates.

Drucken
Teilen
Dominique Graf und Manuel Büeler machen sich gemeinsam mit ihren Mitschülern auf den Weg nach Flüelen. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 23. Mai 2017))

Dominique Graf und Manuel Büeler machen sich gemeinsam mit ihren Mitschülern auf den Weg nach Flüelen. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 23. Mai 2017))

Zum Abschluss ihres Berufsschuljahres müssen die Schüler des Gewerblich-industriellen Bildungszentrums Zug (GIBZ) eine Vertiefungsarbeit machen. Die Gesamtnote der Vertiefungsarbeit zählt dann zur Vornote für die Lehrabschlussprüfung der Jugendlichen. Das Thema kann sich die Klasse selbst aussuchen, es muss jedoch etwas sein, was gemeinsam realisiert werden kann.

Dieses Jahr hatte die 19-jährige Hochbauzeichnerin im dritten Lehrjahr, Dominique Graf, die Idee für das Projekt ihrer Klasse. «Ich bin sehr sportlich, und nahezu die Hälfte meiner Mitschüler kommt aus dem Kanton Uri. Da dachte ich, es wäre doch interessant, deren Heimatkanton zu besuchen, und dies nur mit Muskelkraft.» Was sie meint, zeigt ihr Mitschüler Manuel Büeler, ebenfalls 19 und Hochbauzeichnerlehrling.

Beim Amt für Berufsbildung geht’s los

Gemeinsam sind Büeler und Graf für die Öffentlichkeitsarbeit des Projektes sowie die Realisierung eines kleinen Dokumentationsfilms darüber zuständig. «Ich habe ein paar Karten mitgebracht.» Büeler öffnet eine Karte des Kantons Uri und eine des Kantons Zug. «Am Morgen des 27. Juni oder – falls es schlechtes Wetter ist – des 30. Juni um 8 Uhr hole ich beim Amt für Berufsbildung des Kantons Zug eine Botschaft ab.» Was genau diese Botschaft sei, stehe noch nicht fest. «Vielleicht eine Spezialität aus dem Kanton Zug», sagt Büeler. Sie müsse aber transportierbar sein. Als Nächstes bringt er die Botschaft dann mit der Disziplin Parkour zum Pedaloverleih. Wie genau er dorthin kommt, kann er noch nicht sagen. Das Ziel beim Parkour sei, spontan einen möglichst effizienten Weg zu suchen. Dort übernimmt dann der nächste Schüler oder die nächste Schülerin und fährt mit dem Pedalo Richtung Oberwil. Und so geht es immer weiter. Die einzelnen Etappen seien so abgestimmt, dass jeder – unabhängig davon, womit er unterwegs sei – etwa gleich lange für seine Strecke hat. So könne es sein, dass die eine Strecke viel kürzer als die andere sei, da sie beispielsweise über den See führe. «Auch um die Bemessung der Streckenlängen hat sich eine Gruppe gekümmert», sagt Dominique Graf. «Wir bereiten den Tag im sogenannten Flow-System vor. Es gibt also keine Leitung, sondern alle Gruppen arbeiten selbstständig bis zum jeweils nächsten Abgabetermin, und zwar so, dass der Projektstand problemlos an die anderen weitergegeben werden kann.»

Mit dem Kajak über den Zugersee

Dominique Graf übernimmt dann die Botschaft an der engsten Stelle des Zugersees zwischen Lothenbach und Chiemen und bringt sie mit dem Kajak auf die andere Seite. Der Klassenlehrer begleitet die Schüler die ganze Strecke über hauptsächlich mit dem Fahrrad und filmt den Projektverlauf mit einer kleinen Kamera aus der Aussenperspektive. «Insgesamt haben wir vier solcher Kameras im Einsatz. Es war gar nicht so einfach, für jedes Sportgerät herauszufinden, wie dies jeweils am besten eingesetzt werden kann, da die Teilnehmer auch aus ihrer Perspektive filmen müssen», so Büeler. Insgesamt umfasst die Klasse 13 Schüler. Einige von ihnen kommen auf mehreren Etappen zum Einsatz. «Ich bin dann noch einmal im Urnersee unterwegs, wo ich liegend auf einem Surfbrett einen Teil der Strecke paddle», sagt Manuel Büeler. Andere Schülerinnen und Schüler machen mit Inlineskates, Velos, eine dann sogar schwimmend mit.

Zusammenarbeit als Herausforderung

Gearbeitet haben die beiden jeweils schon etwa 23 Stunden am Projekt. Die bisher grösste Herausforderung sei für sie und ihre Klassenkollegen die Zusammenarbeit gewesen. «Die Kommunikation etwa, während wir uns wie jetzt einen Monat lang nicht sehen, ist nicht sehr einfach», sagt Dominique Graf. Auch die unterschiedlichen Interessen in eine Richtung zu lenken, sei teils schwierig gewesen. «Wir haben einzelne Schulblöcke, zwischen denen jeweils mehrere Wochen Pause ist. Wer mit etwas nicht einverstanden war, dem haben wir dann gesagt, dass er oder sie bis zum nächsten Schulblock Zeit hätte, eine bessere Lösung zu finden und diese den anderen vorzustellen. Da dies nicht passierte, sei es dann beschlossen worden», erinnert sich Manuel Büeler. Wenn also alles klappt, legt die Klasse dann am Projekttag eine Strecke von insgesamt etwa 45 Kilometern zurück. Um 17 Uhr wollen sie sich dann in Flüelen treffen, um die Botschaft der Leiterin des dortigen Amtes für Berufsbildung zu überreichen.

Christopher Gilb

christopher.gilb@zugerzeitung.ch