Absturz
Seilbahnunglück mit 14 Toten in Italien – Suche nach der Ursache

Der Absturz einer Gondel in Norditalien mit 14 Toten gibt den Behörden noch Rätsel auf. Die Unfallursache wird nun untersucht. Unter den Opfern war auch eine Familie aus Israel. Der Absturz der Gondel ereignete sich am Sonntag westlich des Lago Maggiore in der Region Piemont.

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(dpa) Nach dem tödlichen Absturz einer Seilbahn in Norditalien geht die Suche nach der Unglücksursache weiter. Die Staatsanwaltschaft der Gemeinde Verbania in der Region Piemont übernahm die Ermittlungen.

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Die Gondel mit den Ausflüglern war am Sonntag beim Ort Stresa westlich des Lago Maggiore aus zunächst ungeklärter Ursache in die Tiefe gestürzt. Zwei Kinder wurden im lebensgefährlichem Zustand mit Rettungshubschraubern in eine Klinik in Turin geflogen.

Ein Neunjähriger erlag dort seinen Verletzungen. «Wir haben alles Mögliche getan, aber obwohl wir es einige Stunden versuchten, hat er es nicht geschafft», sagte der Generaldirektor des Spitals gegenüber der Zeitung La Repubblica.

Am Montag bestätigte das israelische Aussenministerium den Tod von fünf Staatsbürgern. Es handele sich um Mitglieder einer Familie, teilte die Behörde in Jerusalem mit. Getötet wurden bei dem Unglück demnach ein Ehepaar und ihr zweijähriger Sohn, die in Italien lebten und arbeiteten. Gestorben seien zudem die Grosseltern der Frau, die zu Besuch in Italien waren.

Ein fünfjähriger Sohn des Paares sei schwer verletzt worden und werde in einem Krankenhaus behandelt. Er habe schwere Frakturen an den Beinen erlitten und sei am Sonntagabend operiert und stabilisiert worden, berichtete die Agentur Adnkronos.

Bahn wurde erst kürzlich überholt

Wie es zu dem Absturz kam, war zunächst unklar. Die Seilbahn in der Region Piemont verbindet den Ort Stresa am Westufer des Sees mit dem knapp 1500 Meter hohen Monte Mottarone.

Ein Ermittler der Carabinieri sagte laut Nachrichtenagenturen, ein Stahlseil habe sich gelöst.

Fotos zeigen die abgestürzte Kabine in einem schwer zugänglichen Waldstück. Medienberichten zufolge stürzte die Gondel unweit der Station ab. Laut der Nachrichtenagentur Ansa war die Seilbahn von 2014 bis 2016 überholt worden.

Am Sonntag, 23.Mai 2021 stürzte die Stresa-Mottarone-Seilbahn zu Boden.
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Rettungshelfer vor Ort: 13 Menschen starben, zwei Kinder wurden verletzt ins Spital gebracht.
Warum die Gondel abstürzte war zunächst unklar.
Ein Kind verstarb später im Spital. So stieg die Opferzahl auf 14.
Medienvertreter vor Ort.

Am Sonntag, 23.Mai 2021 stürzte die Stresa-Mottarone-Seilbahn zu Boden.

AP

«Mit grosser Trauer habe ich von dem tragischen Unfall der Stresa-Mottarone-Seilbahn erfahren», teilte Italiens Ministerpräsident Mario Draghi mit. Er drücke den Familien der Opfer sein Beileid aus. Auch Aussenminister Luigi Di Maio und andere aus dem Kabinett Draghi zeigten sich via Twitter bestürzt über das Unglück.

Der Präsident der Region Piemont, Alberto Cirio, machte sich Medienberichten zufolge umgehend auf den Weg in das Gebiet. Im Sender Rainews 24 forderte er die Aufklärung des Unglücks. Italien sei ein Land der Sicherheit. Infrastrukturminister Enrico Giovannini wollte am Montag in die Gegend reisen.

Liguriens Regionalpräsident Giovanni Toti drückte den Menschen im Piemont sein Beileid aus. Die Tragödie versetze einen in Trauer - an einem Sonntag, der eigentlich für die Hoffnung stehen sollte, schrieb EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni auf Twitter. Der Parteichef der rechten Partei Lega, Matteo Salvini, schrieb, es gebe keine Worte dafür.

Erst seit Samstag dürfen in Italien die Seilbahnen wieder ihren Betrieb aufnehmen. Das hatte die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi in Zuge von Lockerungen der Corona-Beschränkungen kürzlich beschlossen. (dpa/abi)