Zwischen Corona und Sektlaune

«Willkommen 2021»: Mit dem Song «I will survive » und der symbolischen Verbrennung des Pandemie-Jahres

In der ganzen Welt wurde das neue Jahr begrüsst. Ruhiger diesmal, nachdenklicher und voller Hoffnung auf ein neues, besseres 2021.

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Konfetti über dem Times Square.

Konfetti über dem Times Square.

Foto: Keystone

(dpa) In der Hoffnung auf ein Ende der Corona-Pandemie haben Menschen in aller Welt das Jahr 2021 begrüsst. In Deutschland wirkten viele Strassen wie leer gefegt, es waren weniger Menschen unterwegs als sonst zu Silvester. Geböllert wurde aber trotz des Verkaufsverbots, auch Feuerwerk leuchtete am Himmel.

In Italien und Frankreich herrschten nächtliche Ausgangssperren. In Frankreich kontrollierten mehr als 100'000 Einsatzkräfte unter anderem die Einhaltung der Hygieneregeln.

Weltweit wurden viele Partys und Feuerwerke abgesagt, darunter Festivitäten in Amsterdam, London und Rio de Janeiro.

In der italienischen Stadt Bergamo, die bei der ersten Corona-Welle im Frühjahr besonders viele Tote zu beklagen hatte, war manchen gar nicht zum Feiern zumute. Die Verantwortlichen dort organisierten dann aber doch ein spezielles Event mit TV-Aufzeichnung, um das Coronavirus - oder besser das ganze Jahr 2020 - symbolisch zu verbrennen, wie es hiess.

Geböllert wurde vor allem in Griechenland

In Griechenland wurde der Jahreswechsel landesweit mit riesigen Feuerwerken gefeiert - es wurde weitaus mehr geböllert als zuvor. Medien berichteten von «einer der spektakulärsten pyrotechnischen Shows aller Zeiten». Feuerwerk zu Silvester ist in Griechenland sonst nicht so üblich. Weil dieses Jahr aber ein Ausgangsverbot galt, überboten sich Städte in Sachen Pyrotechnik.

In vielen Ländern begann das neue Jahr schon deutlich früher: Als weltweit Erste - bereits um 11 Uhr mitteleuropäischer Zeit - rutschten die Südsee-Inseln Samoa und Kiribati ins neue Jahr. Auch dort war die Neujahrsstimmung wegen Corona gedämpft.

Eine Stunde später schossen in Neuseeland die Feuerwerkskörper in die Höhe. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern verzeichnete der Inselstaat im Südpazifik seit mehr als einem Monat keine lokalen Corona-Fälle mehr. Daher fanden Musikfestivals und Feuerwerksshows ohne Begrenzungen der Besucherzahl oder andere Einschränkungen statt. Am Hafen und Opernhaus von Sydney in Australien waren beim Feuerwerk diesmal keine Zuschauer zugelassen.

Feuerwerk in Dubai und Moskau

Mit einem farbenprächtigen Feuerwerk samt Lasershow am höchsten Gebäude der Welt – dem Burdsch Chalifa – begrüsste Dubai das neue Jahr. In Moskau gab es trotz Corona-Sperrstunde ein grosses Feuerwerk am Kreml.

Die US-Millionenmetropole New York hat das neue Jahr traditionell auf dem Times Square begrüsst - doch wegen der Corona-Pandemie blieb der berühmte Platz in Manhattan erstmals seit Jahrzehnten an Silvester für die Öffentlichkeit gesperrt.

Als um Mitternacht wie jedes Jahr ein leuchtender Kristallball an einem Fahnenmast zum sogenannten Ball Drop herabgesenkt wurde, zählten dort nur wenige Dutzend geladene Gäste die letzten Sekunden herunter. Unter ihnen waren medizinisches Personal und Lieferboten, die stillen Helden der Pandemie. Es regnete Konfetti, und über die Strassen Manhattans schallten die Lieder «Auld Lang Syne» und «New York, New York».

Die Pandemie-Hymne

Zuvor hatte Gloria Gaynor neben zahlreichen weiteren Stars bei der Show den Klassiker «I Will Survive» gesungen, der für Einige zu einer Art Hymne während der Pandemie wurde.

Normalerweise kommen jedes Jahr rund eine Million Menschen auf den Times Square, die Party gehört zu den grössten Silvesterfeiern der Welt. Das Grossereignis fand erstmals 1904 statt, als die «New York Times» die Eröffnung des neuen Zeitungsverlagshauses mit einem Silvester-Feuerwerk feierte.

Bis 13 Uhr MEZ am 1. Januar dauert es, bis der ganze Globus ins neue Jahr gerutscht ist. Als letztes sind die Bakerinsel und die Howlandinsel im Pazifik dran. Stören dürfte sich daran niemand: Beide Inseln sind unbewohnt.