Abstimmung 15. Mai
Berichterstattung: «Lex Netflix» und Co. lösen bei Zeitungen ein Gähnen aus

Die drei nationalen Vorlagen, über welche das Stimmvolk am 15. Mai befindet, erhalten von den Zeitungen im Vergleich zu früheren Urnengängen wenig Aufmerksamkeit. Auch die Anzahl der aufgeschalteten Inserate ist tief, wie eine Analyse von Année Politique zeigt.

Dario Pollice
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Die Zeitungen widmeten den drei Vorlagen vom 15. Mai im Vergleich zu früheren Abstimmungen wenig Aufmerksamkeit (Symbolbild)

Die Zeitungen widmeten den drei Vorlagen vom 15. Mai im Vergleich zu früheren Abstimmungen wenig Aufmerksamkeit (Symbolbild)

Keystone

In etwas mehr als einer Woche stimmen die Schweizerinnen und Schweizer über drei nationale Vorlagen ab: das neue Filmgesetz («Lex Netflix»), das revidierte Transplantationsgesetz und den Ausbau der EU-Grenzschutzagentur Frontex. Doch die Zeitungen hierzulande scheinen sich vergleichsweise wenig für die Abstimmung zu interessieren.

Zu diesem Schluss kommt das Institut für Politikwissenschaft Année Politique Suisse (APS), das jeweils die Berichterstattung in den Zeitungen im Vorfeld eidgenössischer Abstimmungen untersucht. Elf Tage vor dem Urnengang haben die drei Vorlagen demnach eine «eher unterdurchschnittliche Zeitungsberichterstattung» ausgelöst, wie Année Politique am Freitag mitteilt.

Insgesamt haben die von APS analysierten Zeitungen in den letzten Wochen etwa gleich häufig über die drei Vorlagen berichtet. Doch im Vergleich zu den 49 Vorlagen, über welche die Bevölkerung seit 2017 befand, erhalten die «Lex Netflix» und Co. gemäss Année Politique Suisse eine «unterdurchschnittliche Medienaufmerksamkeit».

Fast keine Inserate zum Transplantationsgesetz

Mit Blick auf den Artikelanteil findet sich die Berichterstattung über Frontex auf Rang 19 von 49, das Transplantationsgesetz auf Rang 27 und das revidierte Filmgesetz verschlägt es gar ins letzte Drittel der Vorlagen. Die höchste mediale Aufmerksamkeit erhielten in den vergangenen fünf Jahren die beiden Covid-19-Referenden.

Auch bei der Anzahl der aufgeschalteten Inserate zeigen die drei aktuellen Vorlagen eine «vergleichsweise geringe bis sehr geringe Anzahl» auf, analysiert APS. Am meisten Inserate (122) zählte das Institut zum Frontex-Referendum. Doch auch diese Vorlage liegt «deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt» von 244 Zeitungsinseraten.

Zur «Lex Netflix» zählte APS 77 Inserate und zum Transplantationsgesetz lediglich deren 13. Laut Mitteilung wurden nur sechs Vorlagen seit 2013 weniger stark mit Inseraten beworben als diejenige zu den Organspenden.

Für die Analyse zur medialen Berichterstattung hat APS 35 Tages- und Wochenzeitungen unter die Lupe genommen. Mit Blick auf die Kampagnentätigkeit hat das Institut Zeitungsinserate aus 52 Printmedien während acht Wochen vor dem Abstimmungstermin gesammelt und analysiert.

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