Neun Corona-Fälle – und die Zahl der Infektionen dürfte weiter steigen

Am Donnerstag ist die Zahl der Corona-Fälle in der Schweiz auf neun gestiegen: Je zwei Ansteckungen melden Basel und Graubünden. Je eine Infizierung melden der Aargau, Genf, Waadt und Zürich. Erste Veranstaltungen werden abgesagt.

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Pascal Strupler, Direktor des Bundesamts für Gesundheit, und Daniel Koch, Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten im BAG, vor Kampagnensujets.

Pascal Strupler, Direktor des Bundesamts für Gesundheit, und Daniel Koch, Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten im BAG, vor Kampagnensujets.

Bild: Alessandro Della Valle/Keystone

(sat) Am Donnerstagabend meldete das Gesundheitsdepartement des Kantons Basel Stadt die Corona-Patienten Nummer sieben und acht. Eine junge Baslerin, die sich in Mailand aufgehalten hatte. Und ein Mann, der sie begleitete und nun ebenfalls in einem Basler Spital liegt. Über dessen Herkunft liegen keine Informationen vor. Weil die Baslerin bei der Arbeit Kita-Kinder angesteckt haben könnte, stehen diese nun ebenfalls 14 Tage unter Quarantäne. Über den Entscheid, ob die am Montag beginnende Fasnacht wegen der nun bestätigten Corona-Fälle sowie aufgrund der schweizweiten Entwicklung stattfinden könne, wollen die Basler Behörden am Freitagmittag informieren. Patient Nummer neun ist ein französischer Grenzgänger. Er liegt liegt in einem Spital in der Waadt, teilte der Kanton am Donnerstagabend mit. Für Freitag werden nähere Infos versprochen.

Bereits früher am Donnerstag bekannt geworden waren zwei doppelt bestätigte Ansteckungen in Graubünden sowie je eine Ansteckung in den Kantonen Aargau, Genf, Waadt und Zürich. Bei letzterer – wie auch bei den beiden Infizierten in Basel sowie der Ehefrau des Franzosen – sind die Ergebnisse des zweiten Covid-19-Tests im Labor in Genf allerdings noch ausstehend. Laut den Behörden geht es allen Betroffenen den Umständen entsprechend gut. Sie würden überwacht und in Quarantäne gehalten. Laut dem Bundesamt für Gesundheit stehen rund zwei Dutzend Personen aus dem Umfeld der Infizierten ebenfalls zu Hause unter Quarantäne.

Keine weiteren Ansteckungen im Tessin

Zu Patient Nummer 1 – einem 70-jährigen Tessiner, dessen Ansteckung in Mailand am Dienstag bekannt geworden war – informierten die Tessiner Behörden am Donnerstag, sein Gesundheitszustand sei weiterhin gut. Er müsse jedoch weiter in Quarantäne bleiben. Laut Mitteilung des Kantons gibt es im Tessin seither keine weitere bestätigte Ansteckung. Vorsorglich sind an den Eingängen der fünf Kantonsspitäler am Donnerstag dennoch Zelte aufgestellt worden um Abklärungen vornehmen zu können. Ab Donnerstag sollen neu zudem im Tessin selber Corona-Tests möglich sein, was die Testverfahren ebenfalls beschleunigen werde.

Im Kampf gegen das Corona-Virus appellierte der Bund am Donnerstag erneut an die Eigenverantwortung und Solidarität der Bevölkerung. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat darum eine Informationskampagne gestartet. Diese soll die Bevölkerung vorerst in gelber Farbe auf die wichtigsten Hygiene- und Verhaltensregeln zu sensibilisieren. Bei einer Verschlimmerung der Lage würde die Grundfarbe der Kampagne auf Rot gewechselt.

Hockeyspiele vor leeren Rängen – Uhrenmesse abgesagt

Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) erinnerte daran, dass die allermeisten Ansteckungs-Fälle mit dem Corona-Virus «harmlos» verliefen. «Nicht alle brauchen eine Hospitalisation», so der Leiter Abteilung übertragbare Krankheiten im BAG. Komme hinzu, dass bis jetzt kein Fall bekannt sei, bei dem sich ein Infizierter in der Schweiz angesteckt habe. Darum werde man die Kräfte bald auch auf die schwereren Fälle fokussieren können.

Dennoch haben Organisatoren mehrerer Grossanlässe am Donnerstag über eine Absage informiert. So wurde der Engadiner Skimarathon am 8. März abgesagt. Ebenfalls abgesagt worden ist der Genfer Uhrensalon   «Watches & Wonders» Ende April. Und die St. Galler Regierung teilte mit, dass das Hockeyspiel SC Rapperswil-Jona Lakers gegen Lugano vom Freitagabend ohne Publikum stattfindet. Im Ostschweizer Kanton wie auch aus der Zentralschweiz sind bislang keine Ansteckungen mit dem neuartigen Corona-Virus bekannt. Bereits tags zuvor hatte die Tessiner Kantonsregierung entschieden, dass die Hockey-Partien Ambri – Davos vom Freitag und Lugano – Ambri vom Samstag vor leeren Zuschauerrängen stattfinden müssen.