Alain Berset zu Besuch im Tourismuskanton: «Für Graubünden ist die Gastronomie unverzichtbar»

Heute Montag hat sich Bundesrat Berset mit der Bündner Kantonsregierung über die Herausforderungen der Coronakrise ausgetauscht. Die schrittweisen Lockerungen müssten Klarheit für Restaurants und Hotels bieten, betonten beide Seiten.

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Bundesrat Alain Berset und Corona-Experte Daniel Koch vom BAG zu Besuch in Graubünden.

Bundesrat Alain Berset und Corona-Experte Daniel Koch vom BAG zu Besuch in Graubünden.

Keystone

(sku) Noch wird die Gastrobranche in der etappenweise Lockerung der Coronamassnahmen nicht berücksichtigt. Das sorgt für Aufschrei bei Restaurant- und Hotelbetreibern. Vor allem im Tourismuskanton Graubünden ist die Sorge gross — zumal die Sommersaison vor der Tür steht. Am Treffen zwischen Gesundheitsminister Alain Berset, Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) und der Regierungsdelegation konnte der Kanton seine Sorgen einbringen: «Wir konnten aufzeigen, weshalb wir frühzeitige Dispositionen für den Sommer brauchen», sagt Regierungspräsident Christian Rathgeb vor den Medien.

Eine erste Stossrichtung für den Sommer könnte der Bundesrat laut Berset bereits Ende April in Aussicht stellen. Doch die Öffnung der Restaurants alleine bringe noch keine Gäste. «Es ist unser gemeinsames Interesse, dass die Gäste auch Vertrauen in den Kanton haben und in die Ferien kommen», sagte Regierungsrat Marcus Caduff. Deshalb brauche es überzeugende Schutzkonzepte. Die Regierungsdelegation zeigt sich aufgrund des guten Austauschs zuversichtlich, dass sich der Bundesrat intensiv mit möglichen Lockerungen für Gastrobetriebe auseinandersetzen wird.

Mögliche Lockerungen im Gastrobereich

«Für Graubünden ist die Gastronomie unverzichtbar», stellte Bundesrat Alain Berset klar. Er werde sich demnächst mit GastroSuisse-Präsident Casimir Platzer treffen, um mögliche Lockerungen im Gastrobereich zu erarbeiten. Berset betont aber: «Die Sicherheit und die Gesundheit unserer Bevölkerung hat immer noch oberste Priorität.» Die Rückkehr zur Normalität müsse zwingend Schritt für Schritt erfolgen.

Bersets Delegation besuchte während ihrem Aufenthalt in Graubünden die Hamilton Medical, die Beatmungsgeräte herstellt, Nachbarschaftsprojekte sowie die "Helpline Graubünden". Der Kanton hat im landesweiten Vergleich viele Corona-Fälle pro Kopf. Auf 100'000 Einwohner kamen am Sonntag rund 378 bestätigte Fälle, wie das BAG schrieb.