Bundesrat wählt Anne Lévy zur neuen Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit

Der Bundesrat hat am Freitag Anne Lévy zur Direktorin des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) gewählt. Die Chefin der UPK Basel folgt damit auf Pascal Struppler, der sich «neuen Projekten widmen» will.

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Von den Universitären Psychiatrischen Klinik (UPK) Basel an die Spitze des Bundesamtes für Gesundheit: Anne Lévy und Alain Berset in Bern.

Von den Universitären Psychiatrischen Klinik (UPK) Basel an die Spitze des Bundesamtes für Gesundheit: Anne Lévy und Alain Berset in Bern.

Anthony Anex / Keystone

(sat) Mitten in der Coronakrise ist damit nun auch klar, wer das BAG ab Oktober leiten wird. Dann nämlich wird Anne Lévy, seit sechs Jahren Chefin der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel, ihre neue Stelle an der Spitze der Behörde antreten. Ihren Job in Basel wird die 48-jährige gebürtige Bernerin allerdings bereits Mitte Juni verlassen, wie die UPK ihrerseits am Freitag mitteilen. Der Verwaltungsrat dankte Lévy dabei für ihren grossen Einsatz und ihr professionelles Wirken. Die Leitung übernimmt ad interim Verwaltungsratspräsident Konrad Widmer.

«Anne Lévy wird das BAG zwar in einem speziellen Moment übernehmen», sagte Alain Berset am Freitag vor den Medien in Bern. Sie verfüge aber über «ausgezeichnete Kenntnisse» des Schweizer Gesundheitssystems und kenne die politischen Prozesse in diesem Land. Und das sei wichtig, weil dieses – nicht nur wegen dem Coronavirus – «immer wieder vor grossen Herausforderungen» stehe.

Noch zu früh, um Lehren zu ziehen

Anne Lévy ihrerseits nannte die Umsetzung der kürzlich vom Bundesrat vorgelegten Strategie «Gesundheit 2030» als eines der grossen anstehenden Themen. Auch Gesundheitsversorgung und Digitalisierung würden sie sicher stark beschäftigen in ihrem neuen Amt. Allerdings wolle sie jetzt keine vorschnellen Lehren aus der laufenden Coronavirus-Pandemie ziehen. Diese werden man zum gegebenen Zeitpunkt «analysieren und die nötigen Schlüsse daraus zu ziehen müssen».

Eines zeige die aktuelle Situation jedoch: Man könne sich zwar auf Krisen vorbereiten. Doch dann sei «trotzdem jeder Tag und die Situation immer wieder anders», so Lévy. Darum habe sie auch grössten Respekt vor ihrer neuen Aufgabe im BAG. Gleichzeitig freue sich aber auch auf die Zusammenarbeit mit ihrem sprichwörtlich krisenerprobten neuen Team.

Personalrochaden mitten in der Coronakrise

BAG-Direktor Pascal Struppler hatte seinen Rücktritt bereits letzten Oktober – also ein Jahr im Voraus – angekündigt. Der Walliser erklärte dies damals damit, sich «neuen Projekten zu widmen». Vor seiner Zeit als BAG-Chef war der 60-Jährige ab 2003 bereits sechs Jahre Generalsekretär im Innendepartement. Am Freitag vor den Medien in Bern dankte ihm Gesundheitsminister Alain Berset für seine langjährige Arbeit und insbesondere sein Engagement in den vergangenen Wochen im Zusammenhang mit der Corona-Krise.

Bereits letzte Woche bekannt geworden war der neue Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten im BAG, Stefan Kuster. Er folgt auf «Mr. Coronavirus» Daniel Koch, der – wie bereits seit längerem geplant – dieser Tage pensioniert wird. Koch wird vorderhand jedoch weiterhin für das BAG respektive den Bundesrat an Medienkonferenzen zum Thema Coronavirus auftreten, wie es hiess.