BAG ist zuversichtlich, dass der Höchststand der Epidemie in der Schweiz überschritten ist

Der Trend der vergangenen Tage bestätigte sich auch über das Osterwochenende: Die Fallzahlen der Corona-Erkrankten gehen zurück. An der Medienkonferenz des BAG geben sich die Experten optimistisch.

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Patrick Mathys äussert sich erstmals darüber, dass das Schlimmste vermutlich vorbei ist.

Patrick Mathys äussert sich erstmals darüber, dass das Schlimmste vermutlich vorbei ist.

Keystone

(sku) Derzeit befinden sich noch 400 Personen wegen des Coronavirus in Spitalpflege, wie Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit des BAG, an der Medienkonferenz vom Dienstag sagt. Die Zahl bleibe mittlerweile stabil. Auch wenn niemand eine deutliche Prognose wagt, gibt sich Mathys zuversichtlich: «Ich denke, dass wir den Peak überschritten haben.»

Im internationalen Vergleich befinde sich die Schweiz, was die Todesfälle angeht, laut Mathys im soliden Mittelfeld. Weltweit sind knapp zwei Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 120'000 sind daran verstorben. Am stärksten betroffen sei derzeit die USA. Auch Europa sei nicht über dem Berg, es zeichnet sich laut Mathys aber in vielen Ländern vergleichbar mit der Schweiz eine Stabilisierung ab. 

Dadurch könne nun über Lockerungen nachgedacht werden. In Österreich haben vereinzelte Geschäfte ab heute wieder geöffnet. Aus den Ergebnissen solle man für die Schweiz Lehren ziehen. Der Bundesrat wird am Donnerstag über die Lockerungen kommunizieren. Ob dabei auch eine Maskenpflicht zum Tragen kommt, werde diskutiert. Das BAG sei zudem daran, die Teststrategie zu öffnen, damit die vorhandenen Kapazitäten genutzt werden könnten.

Engpässe bei Medikamenten für Intensivpflege

Ein Problem zeichnet sich bei Anästhesie-Medikamenten ab: Für die Intensivpflege gebe es Engpässe. Langfristig ist das laut Mathys ein grosses Problem. «Der Bund versucht, auf dem internationalen Markt diese Medikamente zu beschaffen.» Gewisse Erfolge habe man bereits erzielen können, aber die Lage sei angespannt.

Die Rückholaktion des EDA geht langsam zu Ende, wie Hans-Peter Lenz, Leiter Krisenmanagementzentrum, sagt. Derzeit sei ein Flug von Kinshasa unterwegs zurück in die Schweiz. Der Hinflug sei genutzt worden, um Hilfsgüter und humanitäre Helfer ins afrikanische Land zu bringen. Weitere Flüge nach Kiew und Montenegro sowie nach Asien und Lateinamerika seien geplant. Bis heute hat das EDA 29 Repatriierungsflüge organisiert und rund 6400 Personen — darunter 3700 Schweizerinnen und Schweizer — in die Schweiz geflogen.

Auch vonseiten der Armee gibt es positive Nachrichten: Es befänden sich nur noch 514 Armeeangehörige in Quarantäne und ab heute seien Urlaube für Assistenzpersonen wieder möglich, sagt Brigadier Raynald Droz.