Berggebiete
Pünktlich zur Skisaison: Bergbahnen führen Kapazitätsgrenze wieder ein

Weniger Leute in grossen Gondeln: Die Bergbahnen in der Schweiz führen diesen Winter freiwillig eine Kapazitätsbeschränkungen ein. Bei kleineren Kabinen dagegen mache eine solche «keinen Sinn».

Michael Graber und Samuel Thomi
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Das Gedränge in den Gondeln soll etwas weniger werden: Das haben die Bergbahnen beschlossen.

Das Gedränge in den Gondeln soll etwas weniger werden: Das haben die Bergbahnen beschlossen.

Keystone

Dicht an dicht gedrängt: So fühlen sich Fahrten in Gondeln in der Skisaison jeweils an. In grossen Kabinen mit Stehplätzen soll dies jedoch auch diesen Winter anders sein. Wegen der Coronapandemie haben die Bergbahnen nämlich eine freiwillige Kapazitätseinschränkungen beschlossen, wie Seilbahnen Schweiz am Freitag mitteilt. «Die Sicherheit der Gäste hat für die Bergbahnbetreiber oberste Priorität», schreibt der Verband.

Konkret sollen Gondeln mit einer Kapazität von mehr als 25 Personen nur noch zu 70 Prozent ausgelastet werden. In einer grossen Kabine mit 100 Personen Fassungsvermögen sollen also noch 70 Personen mitfahren dürfen. Die freiwillige Kapazitätsbeschränkung gilt allerdings nur für Kabinen mit Stehplätzen. Zur Erinnerung: In der vergangenen Saison hatte der Bund eine generelle Kapazitätsbeschränkung für Bergbahnen auf zwei Drittel beschlossen. Aufgrund des Impffortschritts sieht sich der Bundesrat inzwischen jedoch ausserstande, wieder Kapazitätsbeschränkungen zu verfügen.

«Zusätzlich wird im Aussenbereich auch wieder ein geordnetes Anstehen mit den entsprechenden Abstandsbestimmungen organisiert», heisst es in der Mitteilung weiter. Die Bergbahnen würden dafür sorgen, «dass die Massnahmen konsequent umgesetzt werden».

Kleinere Gondeln dürfen wieder gefüllt werden

«Wir hoffen auf eine Gleichbehandlung mit dem öffentlichen Verkehr», begründet Seilbahnen-Direktor Berno Stoffel die Einschränkungen. Und da, wo die Situation anders sei wie eben in grossen Kabinen mit Stehplätzen, sei man zu Einschränkungen bereit. Bislang hat sich der Bund allerdings nicht zu einem Entscheid durchringen können, ob er den Wintersport – wie im vergangenen Winter – aufgrund der Pandemie allenfalls doch noch einschränken will und wenn ja in welchem Rahmen.

Klar ist damit, dass – anders als im vergangenen Winter – diese Saison in den meisten Bergbahnen der Schweiz die Gondeln wieder gefüllt werden dürfen: «In Seilbahnen mit kleineren Kabinen macht eine Kapazitätsbeschränkung definitiv keinen Sinn», sagt Berno Stoffel. An auch im Sommer über geltenden Maskenpflicht in Innenräumen wird allerdings auch hier nicht gerüttelt. Einzig auf Sesselliften entfällt diese kommende Saison.

Gegen einen «Flickenteppich»

Die Bergbahnbranche habe sich zu diesen einheitlichen Massnahmen für grosse Kabinen mit Stehplätzen entschlossen, um einen «Flickenteppich» mit unterschiedlichsten Regelungen in einzelnen Kantonen zu verhindern. Die neuen Kapazitätseinschränkungen sollen ab dem 18. Dezember gelten – dann also, wenn in den ersten Kantonen die Weihnachtsferien starten. Diese Massnahmen seien überdies mit den Bergkantonen abgesprochen, schreibt Seilbahnen Schweiz.

Zudem würden die bisher bereits geltenden Massnahmen wie Maskenpflicht in geschlossenen Räumen, Abstand in Innenräumen sowie das Lüften der Gondeln weiterhin gelten.

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