Bessere Früherkennung bei Piloten: Bundesrat will keinen zweiten Germanwings-Absturz

Psychische Erkrankungen bei Piloten und Fluglotsen sollen früher erkannt und Alkoholkontrollen jederzeit durchgeführt werden. Das schlägt der Bundesrat vor. Damit übernimmt er EU-Regeln.

Drucken
Teilen
Der Bundesrat verstärkt die Früherkennung von psychischen Erkrankungen bei Piloten. (Symbolbild)

Der Bundesrat verstärkt die Früherkennung von psychischen Erkrankungen bei Piloten. (Symbolbild)

Keystone

(rwa) Anstoss für die Anpassungen auf europäischer Ebene war ein Flugzeugunglück von Germanwings im Jahr 2015. Der Co-Pilot hatte die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht, um Suizid zu begehen. Nun zieht auch der Bundesrat nach. Am Freitag hat er die Vernehmlassung zur Teilrevision des Bundesgesetzes über die Luftfahrt eröffnet. Die neuen Regelungen treten voraussichtlich im März 2022 in Kraft.

Diese verbessern die Früherkennung von psychischen Erkrankungen bei Pilotinnen und Piloten sowie Fluglotsen. Erlaubt ist es künftig auch, jederzeit Alkoholkontrollen bei Mitgliedern der Flugbesatzung durchzuführen, wie es in einer Mitteilung des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (Bazl) heisst. Heute ist das nur bei Anzeichen von Angetrunkenheit oder beim Verdacht des Konsums von Betäubungsmitteln möglich.

Zwar werden bereits heute Piloten und Fluglotsen auf ihren Gesundheitszustand überprüft. Das geltende Gesetz erschwert es aber, Diagnosen und Informationen von Haus- oder Fachärzten über mögliche psychische und körperliche Erkrankungen an das Bazl weiterzugeben. Der Bundesrat möchte hier nun ein neues Melderecht für Ärzte schaffen.