Käferbefall
Borkenkäfer hatten ein gutes Jahr – zum Leidwesen der Holzwirtschaft

Die Borkenkäfer waren im vergangenen Jahr fleissig: Mehr als 1,4 Millionen Kubikmeter Fichtenholz fielen ihnen zum Opfer. Auch für 2021 wird mit einem hohen Käferbefall gerechnet.

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Wegen der anhaltenden Trockenheit und den hohen Temperaturen kam es im letzten Jahr zu einer Borkenkäferplage.

Wegen der anhaltenden Trockenheit und den hohen Temperaturen kam es im letzten Jahr zu einer Borkenkäferplage.

Keystone

(swe) Das Jahr 2020 begann mit einem überdurchschnittlich warmen und ausgesprochen trockenen Frühling – sehr zur Freude der Borkenkäfer. Es waren günstige Entwicklungsbedingungen für die Kleintiere im stehengelassenen Käferholz aus dem Vorjahr. Die Zwangsnutzungen von mit Borkenkäfer befallenem Fichtenholz bleiben denn auch weiterhin über der Millionengrenze, wie die eidgenössische Forschungsanstalt WSL am Mittwoch mitteilte.

Schweizweit seien zwar die Sommerzwangsnutzungen im Vergleich zum Vorjahr gesunken, allerdings könnten mit den Schätzungen für den Winter 2020/2021 die Käferholzzahlen um weitere 3% auf über 1,5 Millionen m3 ansteigen – dem zweithöchsten Wert seit dem Rekordjahr 2003.

Immer mehr stehengelassenes Käferholz im Wald

Sieben Kantone meldeten gemäss Mitteilung weiterhin ansteigende Zwangsnutzungen von befallenem Fichtenholz im Vergleich zum Vorjahr. Allen voran die Kantone Graubünden und Appenzell Ausserrhoden mit über doppelt so viel anfallendem Käferholz als im Jahr zuvor. Im Mittelland seien die Werte leicht rückläufig oder blieben nahezu konstant. Seit 2018 zeige sich eine stetige Zunahme des im Wald stehen gelassenen Käferholzes.

Mit durchschnittlich 29'000 Käfern pro Falle wurde der höchste Wert seit Beginn der Aufnahmen 1984 erreicht. Die höhere Zahl an gefangenen Käfern kombiniert mit einer leichten Senkung der Anzahl Befallsherde (um 20 Prozent) lässt darauf schliessen, dass es sich um ein grössere Befallsherde handelt, heisst es weiter.

Viele Fichten seien in den letzten Jahren wiederholt Trockenstress ausgesetzt gewesen, was ihr Verteidigungspotenzial gegenüber Borkenkäferangriffen nachhaltig beeinträchtigt haben dürfte. Auch im trocken-warmen Sommer 2020 konnten sich die Bäume kaum erholen. Dazu kommt ein hohes Volumen von stehengelassenem Käferholz aus dem Vorjahr sowie Material von den Sturm- und Bruchschäden des Winters 2020/21. Damit herrschen beste Voraussetzungen für ein weiteres Jahr mit intensivem Käferbefall, befürchtet das WSL.