Bund versorgt Detailhändler mit Masken –eine Tragepflicht gibt es nicht

Der Bundesrat sieht für die Dauer der Lockerungsmassnahmen nach wie vor keine Maskenpflicht vor. Trotzdem sollen Detailhändler ab nächster Woche täglich mit Hygienemasken beliefert werden.

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Gesundheitsminister Alain Berset betonte am Mittwoch erneut, dass Masken die Hygiene- und Abstandsmassnahmen nicht ersetzen können.

Gesundheitsminister Alain Berset betonte am Mittwoch erneut, dass Masken die Hygiene- und Abstandsmassnahmen nicht ersetzen können.

Keystone

(agl) «Wir werden keine allgemeine Maskentragepflicht einführen», erklärte Gesundheitsminister Alain Berset am Mittwoch vor den Medien in Bern. Abstand halten und Händewaschen seien nach wie vor die wirkungsvollsten Massnahmen, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden. Diese könnten keineswegs durch Masken ersetzt werden. «Wir wissen heute, dass die Situation nach wie vor heikel ist», so Berset. Es müsse nun in dieser Übergangsphase alles getan werden, um die Infrastruktur bald auf einer soliden Basis wieder öffnen zu können.

Betriebe seien verpflichtet, die Lockerung mit Schutzkonzepten zu begleiten, die sich entweder auf ein Branchenkonzept oder auf die Vorgaben des Bundes abstützen. Ein Standard-Schutzkonzept werde in Kürze veröffentlicht, so Berset. Diese könnten das Tragen einer Maske empfehlen oder vorsehen.

Um die Versorgung des Landes mit Masken sicherzustellen und auszubauen, liefere die Armeeapotheke ab nächster Woche für insgesamt zwei Wochen täglich eine Million Hygienemasken an führende Detailhändler, erklärte Verteidigungsministerin Viola Amherd.

Detailhändler dürfen Sortiment doch noch nicht erweitern

Dies solle ein Anschub darstellen, denn grundsätzlich seien Betriebe und Privathaushalte selbst für die Beschaffung von Masken verantwortlich. Atemschutzmasken, beispielsweise des Typs FFP2, seien weiterhin vorwiegend für medizinisches Personal vorgesehen. Ebenfalls rät der Bundesrat davon ab, Textilmasken selbst herzustellen.

Zusätzlich zur Masken-Frage kam der Bundesrat am Mittwoch auf einen Entscheid vom 16. April zurück. So sollen die Sortimentsbeschränkungen in Lebensmittelläden weiterhin gelten, anders als letzte Woche angekündigt. «Dieser Entscheid hat viele Fragen aufgeworfen und zu Unsicherheiten geführt», so Berset.

Was sogenannte Wahleingriffe in den Spitälern betrifft, können nun die Kantone über das weitere Vorgehen entscheiden, so Berset. Die Kantone seien jedoch weiterhin verpflichtet, ausreichende Kapazitäten zur Behandlung von Patientinnen und -Patienten mit COVID-19-Erkrankungen sicherzustellen.

Ab dem kommenden Montag werden in der Schweiz die Massnahmen gegen das Coronavirus gelockert. Einzig der Kanton Tessin bat den Bundesrat in einem Brief, die Massnahmen bis am 3. Mai verlängern zu dürfen. Dies auch im Hinblick auf die Lage in Italien. Der Bundesrat entschied am Mittwoch, dem Tessin diesen Spielraum zu geben. «Wir haben grösstes Verständnis für die besondere Lage des Tessins», so Alain Berset an der Medienkonferenz.