Bundespräsidentin Sommaruga stellt weitere Hilfsgelder in Aussicht

Sollten die versprochenen 10 Milliarden Franken Soforthilfe für die Wirtschaft nicht ausreichen, zeigt sich der Bundesrat bereits, zur Bewältigung der Corona-Krise noch tiefer in die Tasche zu greifen.

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Bundespräsidentin Sommaruga am Freitag vor den Medien in Bern.

Bundespräsidentin Sommaruga am Freitag vor den Medien in Bern.

Alessandro Della Valle / KEYSTONE

(sat) «Die Ungewissheit belastet», erklärt Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga im Interview mit der «SonntagsZeitung». Weil wir noch zu wenig über das neuartige Corona-Virus wüssten, und es noch keine Impfung dagegen gebe, stehe nun als erstes der Umgang mit dem Virus im Vordergrund. Die Wirtschaft werde unter der Pandemie leiden.

«Aber wir haben innovative und gut aufgestellte Unternehmen», so Sommaruga. Und der Bundesrat stehe auch diesen zur Seite. Aber es sei klar, dass das Problem «eine noch grössere Dimension annehmen kann, und dass dann weitere Unterstützung nötig sein wird.» Ähnlich äussert sich im «SonntagsBlick»-Interview Wirtschaftsminister Guy Parmelin mit Blick auf den möglicherweise grösseren Bedarf der Wirtschaft um Unterstützung: «Ist dieser höher als derzeit angenommen, ist auch mehr Geld zu sprechen.»

Bund will mit Swiss auch über Staatshilfe reden

Das Coronavirus holt die Luftfahrt auf den Boden. Es drohen weltweit Massen-Groundings von Fluggesellschaften. In dieser Situation hofft die Lufthansa-Gruppe, zu welcher auch die Swiss gehört, unter anderem auch auf Staatshilfe. Im «SonntagsBlick» sagt Wirtschaftsminister Guy Parmelin, dass er Kenntnis habe von der schwierigen Lage der Schweizer Fluggesellschaft. «Das Staatssekretariat für Wirtschaft, das Seco, steht seit Beginn in engem Kontakt mit der Swiss und dem Kanton Zürich.» Ziel sei es, der Swiss und ihren Mitarbeitenden «in dieser besonderen Lage rasch und unbürokratisch Unterstützung zu bieten.» Und Parmelin ergänzt: «Falls weitere Massnahmen notwendig sind, werden wir dies mit der Swiss anschauen.»

Doch appelliert Bundespräsidentin Sommaruga im «SonntagsZeitung»-Interview nun als erstes an die Solidarität: «Jetzt braucht es alle, die mitmachen, jeden Einzelnen von uns.» Dazu gehöre auch, dass man sich nun für einige Zeit einschränke: «Tun wir das nicht, wird es noch schwieriger.»

Auch Bundesrat geht auf Distanz

Sommaruga zeigt sich überzeugt davon, dass die meisten das verstanden hätten und sich an die neuen Verhaltensregeln in der Corona-Krisen halten werden. Selbstverständlich handle auch der Bundesrat danach und halte vermehrt Abstand. Und auch die Bundesverwaltung ermögliche ihren Mitarbeitenden wo immer möglich aus dem Home-office zu arbeiten um so die weitere Verbreitung des Virus bremsen zu können.

Bund prüft Ausweitung des Testangebots

Auf die Kritik vorab aus Wissenschaftskreisen, die Schweiz teste zu wenige Personen auf das Corona-Virus, und wisse so zu wenig genau wie es sich ausbreitet, hält Bundespräsidentin Sommaruga entgegen: «Gemäss unseren Experten machen wir viele Tests im Vergleich zu anderen Ländern.»

Es seien in letzter Zeit 2000 am Tag gewesen. Doch Sommaruga erinnert daran: «Wir wollen die Arztpraxen und die Spitäler in erster Linie für schwer erkrankte Menschen frei halten.» Ein Ausbau des Test-Angebots werde aber derzeit von den zuständigen Stellen beim Bund geprüft.

Die Rede ist von sogenannten Drive-through-Tests, wo Leuten im Auto im Vorbeifahren Proben entnommen werden. Die Prüfung dieses neuen Angebots hatte auch bereits Gesundheitsminister Alain Berset in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF erwähnt.