Bundesrat Alain Berset über neue Corona-Zahlen: «Die Tendenz ist klar steigend»

Mit Blick auf die steigenden Coronafallzahlen mahnte Bundesrat Alain Berset bei einem Besuch in Zug zu Vorsicht bei Privatanlässen. Und er informierte sich in einem Labor über neue Schnelltests.

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Bundesrat Alain Berset besichtigte im Kanton Zug ein Labor von Roche Diagnostics, das derzeit einen Schnelltest für das Coronavirus entwickelt.

Bundesrat Alain Berset besichtigte im Kanton Zug ein Labor von Roche Diagnostics, das derzeit einen Schnelltest für das Coronavirus entwickelt.

Keystone

(dpo) Bei einem Besuch im Kanton Zug sagte Alain Berset am Dienstag vor den Medien, die aktuelle Situation der Coronapandemie in der Schweiz sei nicht einfach. Denn einerseits scheinen die Schutzkonzepte im öffentlichen Raum laut dem Bundesrat gut zu funktionieren. Andererseits fällt Berset bei den Neuinfektionen auf:

«Die Tendenz ist klar steigend.»

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) etwa meldete am gleichen Tag 700 neue Coronafälle innerhalb von 24 Stunden in der Schweiz und in Liechtenstein.

Gleichzeitig relativierte der Gesundheitsminister, die Entwicklung unterscheide sich von Region zu Region. «Es ist nicht flächendeckend gleich», sagte Berset. Die Zahlen stiegen derzeit vor allem in städtischen Ballungsgebieten wie Zürich. Um so wichtiger sei die Arbeit der Kantone beim sogenannten Contact Tracing, so der Bundesrat weiter.

Berset informiert sich über Schnelltest

Bei Veranstaltungen im privaten Kreis ist die Situation laut Berset besonders «anspruchsvoll». Vor den Medien ermahnte er die Bevölkerung denn auch zu grösserer Vorsicht bei privaten Feiern. Der Zuger Gesundheitsdirektor, Martin Pfister, pflichtete Berset bei:

«Es muss sich etwas verändern im Verhalten der Bevölkerung.»

Neben seinem Austausch mit Vertretern des Kantons Zug besuchte Alain Berset auch ein Labor von Roche Diagnostics. Der Bundesrat wollte sich laut eigenen Angaben vor Ort über die Entwicklung eines Schnelltest für das Coronaviurs informieren. Ein solcher sei zwar positiv, so Berset. Doch stelle sich sogleich die Frage, wie ein solcher Schnelltest in die Teststrategie des Bundes integriert werden könne. «Diese Arbeiten sind schon im Gang, aber noch nicht abgeschlossen», sagte der Gesundheitsminister. Zurzeit würden die Schnelltests noch validiert.

Überprüfung von erstem Impfstoff beginnt

Gleichentags meldete das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic, es habe mit der Überprüfung eines ersten Covid-19-Impfstoffs begonnen. Das Zulassungsgesuch wurde Anfang Oktober von der britisch-schwedischen Firma AstraZeneca eingereicht. Das Heilmittelinstitut – wie später auch Alain Berset – unterstreicht, dass bei diesem Prozess die Sicherheit der Patienten im Zentrum stehe. Der Gesundheitsminister sagte dazu vor den Medien in Zug: «Die Produkte müssen sicher für die Patienten sein, da darf es keinen Kompromiss geben.»

Einen definitiven Zulassungsentscheid wird Swissmedic für den Impfstoffs mit der Bezeichnung «Covid-19 Vaccine AstraZeneca» erst fällen, wenn alle notwendigen Daten zur Prüfung der Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit eines Impfstoffs vorliegen. Die laufenden Studien würden während dem Zulassungsverfahren weitergeführt.