Bundesrat verabschiedet Fünfjahresplan gegen die Folgen des Klimawandels

Gemeinden und Kantone sollen sich gemeinsam gegen Hitzewellen, Dürreperioden und Naturkatastrophen wappnen. Der Bund will ausserdem bessere Frühwarnsysteme entwickeln.

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Trockenheit im Sommer ist in der Schweiz immer häufiger. (Symbolbild)

Trockenheit im Sommer ist in der Schweiz immer häufiger. (Symbolbild)

Matthias Jurt

(wap) Mit dem Aktionsplan Klima 2020-2025, den der Bundesrat am Mittwoch verabschiedet hat, werde die bisherige Politik fortgesetzt, heisst es in einer Mitteilung der Regierung. Priorität hat demnach nach wie vor die Bekämpfung des Klimawandels, es sei aber ebenfalls wichtig, auf die Folgen der Veränderungen im Klimasystem zu reagieren. Für die Schweiz sind dies vor allem: Mehr Hitzewellen, mehr trockene Sommer, mehr Naturkatastrophen wie Hochwasser oder Erdrutsche. Insgesamt hat der Bundesrat am Mittwoch einen Katalog mit 75 Massnahmen verabschiedet, mit denen die Schweiz diesen und anderen Problemen begegnen will.

Ein Fokus liegt auf der Sicherheit und dem Wohlbefinden der Menschen, die besonders in dicht besiedelten Gebieten unter der Sommerhitze leiden. Gefährdete Personen, Gesundheitsinstitutionen und Behörden müssten sensibilisiert werden, heisst es in der Mitteilung weiter. Langfristig brauche es mehr Grünflächen und Gewässer in den Städten. Auch auf dem Land sieht der Bundesrat wegen den heissen und trockenen Sommer Handlungsbedarf. Bund und Kantone werden gemäss Aktionsplan künftig den Anbau von Sorten unterstützen, die besser an die Trockenheit angepasst sind. Mehrere Bundesämter seien ausserdem daran, die Vorhersage von Trockenperioden zu verbessern.

Mehr Raum für Hochwasser, Lawinen und Biodiversität

Weitere Themen im Aktionsplan sind Massnahmen gegen Naturgefahren und für den Schutz der Biodiversität. Hier setzt der Bund auf die Raumplanung. So sollen Räume für den Rückhalt und die Ableitung von Wasser- und Geröllmassen oder Lawinen freigehalten werden. Durch die Schaffung und Vernetzung von Schutzgebieten soll zudem die Biodiversität geschützt werden.

Wichtig ist dabei nach Ansicht des Bundesrats die Zusammenarbeit von Bund, Kantonen und Gemeinden. Der Bund will den Gemeinden ein Online-Tool bereit stellen, das sie bei der Planung von eigenen Anpassungsmassnahmen unterstützen soll. Ausserdem soll ein Forschungsprogramm zu den Auswirkungen des Klimawandels auf Gesundheit, Ökosysteme und Infrastrukturen aufgegleist werden.