Cannabis-Studien: Gesundheitskommission  gibt grünes Licht für Pilotversuche

Cannabis soll in Pilotversuchen kontrolliert abgegeben werden dürfen. Dafür spricht sich die Gesundheitskommission des Nationalrates aus. Allerdings soll dafür nur Schweizer Biohanf verwendet werden.

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Cannabis soll zu Genusszwecken im Rahmen von Forschungsstudien kontrolliert abgegeben werden dürfen.

Cannabis soll zu Genusszwecken im Rahmen von Forschungsstudien kontrolliert abgegeben werden dürfen.

Keystone

(rwa) Die Idee stammt vom Bundesrat. Er will Pilotversuche zur kontrollierten Abgabe von Cannabis erlauben. Letzten Dezember hatte der Nationalrat dem Experimentierartikel knapp zugestimmt – ohne jedoch die Details zu beraten. Die Gesundheitskommission des Nationalrates hat das nun getan. Sie folgt weitgehend den Anträgen des Bundesrates, wie die Parlamentsdienste am Freitag mitteilten.

So muss der Kreis der Studienteilnehmer auf über 18-jährige Cannabiskonsumentinnen und -konsumenten beschränkt sein. Während den Studien sollen sie eng begleitet und ihr gesundheitlicher Zustand stetig überwacht werden. Abgewichen ist die nationalrätliche Gesundheitskommission nur in einem Punkt: Mit 13 zu 7 Stimmen bei 4 Enthaltungen schlägt sie ihrem Rat vor, bei den Pilotversuchen ausschliesslich Cannabisprodukte aus Schweizer Biohanf zu verwenden. Auf diese Weise kämen die Versuche der hiesigen Landwirtschaft zugute, argumentierte die Kommissionsmehrheit. Der Nationalrat wird in der Frühjahrssession über das Geschäft befinden.

Auf dem politischen Parkett wird seit Jahrzehnten über Cannabis gestritten. In letzter Zeit mehrten sich die Stimmen, die sich für eine Regulierung aussprechen. Die Eidgenössische Kommission für Suchtfragen etwa forderte, dass Cannabiskonsum nicht mehr bestraft und der Markt reguliert wird. Mit dem Experimentierartikel schlägt der Bundesrat einen Mittelweg vor.